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Quellenbad senkt die Wassertemperatur​

Reaktion auf steigende Energiekosten : Quellenbad senkt Wassertemperatur

Steigende Energiepreise sind ein ernstes Problem für Schwimmbäder geworden. Die Stadt reagiert. In den Sommerferien wird das Hallenbad geschlossen. Dafür ist das Freibad Dabringhausen geöffnet.

Im Hallenbad wird fleißig Energie verpulvert. Das ist bekannt, denn das über 40 Jahre alte Bad ist marode. Das alte Hallenbad gilt als Stromfresser: 550.000 kWh werden dort jährlich verbraucht - fast ein Fünftel des Gesamtstromverbrauchs aller städtischen Gebäude (Stand 2015). Für 2022 ist ein Fehlbetrag fürs Bad von 235.630 Euro im Haushaltsentwurf (Stand April 2022) ausgewiesen. Im April gab‘s noch keine Reaktion der Stadtverwaltung auf eine Anfrage der Redaktion, wie sie mit den stetig steigenden Energiekosten umgehen wolle. „Für Änderungen im Quellenbad gibt es noch keine Pläne“, hieß es damals aus dem Rathaus. Jetzt kommt die Reaktion: Ab Mittwoch, 1.Juni, wird die Wassertemperatur um ein Grad auf 27 Grad im Schwimmbecken und auf 29 Grad im Lehrschwimmbecken abgesenkt.

Zu der angestrebten Ersparnis gibt es laut dem Technischen Beigeordneten Thomas Marner keine belegbaren Zahlen. „Es gibt nur statistische Werte für alle deutschen Bäder. Eine genaue Ersparnis für ein Bad ist nicht prognostizierbar“, so Marner gegenüber der Redaktion. Die Stadtverwaltung übernimmt die Daten von der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen. „Eine Senkung der Wassertemperatur um zwei Grad bringt eine Energiekostenersparnis von 25 Prozent“, zitiert Marner. Wermelskirchen senkt aber nur um ein Grad. Der Grund: „Unser Wasser wäre dann ein Grad kälter als in den Bädern der Umgebung. Dann würden zu viele Badbesucher abwandern“, so die Befürchtung. Eine realistische Einschätzung zur Einsparung sei auch deshalb nicht möglich, weil viele Faktoren hinzugezogen werden müssten – so sicher die schlechte Gebäudehülle.

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Um zusätzlich Energie zu sparen, wird das Quellenbad während der Sommerferien vom 27. Juni bis einschließlich zum 9. August geschlossen bleiben. Während dieser Zeit werden notwendige Reparaturen im Quellenbad durchgeführt und die Schließungszeit außerdem für Urlaub und Überstundenabbau genutzt. Zusätzlich ist geplant, Personal des Quellenbades im Bedarfsfall auch im Freibad Dabringhausen einzusetzen. Eine konkrete Abstimmung zwischen dem Schwimmverein Dabringhausen und der Stadt Wermelskirchen wird noch erfolgen, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt.

Als Alternative zum Quellenbad ist während der Sommerferien das Freibad Dabringhausen für Schwimmer geöffnet. Anders, als in den vergangenen zwei Corona-Jahren, ist es in diesem Jahr auch wieder möglich, Einzeltickets zu erwerben.

Wer bereits sich bereits jetzt schon ins Freibadwasser stürzen will, kann dies im Eschbachtal tun. Dort öffnet das Remscheider Bad am kommenden Donnerstag (Christi Himmelfahrt) um 10 Uhr. Aus Personalmangel wird aber nur an fünf Tagen geöffnet: mittwochs bis sonntags.