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Präzise Operationen an der Wirbelsäule in Wermelskirchen

Moderne Technik im OP : Präzise Operationen an der Wirbelsäule

Die Orthopädie im Krankenhaus Wermelskirchen arbeitet mit einem hochmodernen 3D-Bildwandler, mit dem schon während der OP geprüft werden kann, ob eine Rekonstruktion gelungen ist. Das ist ein großer Vorteil für die Patienten.

Wer am Wochenende seine Regenrinne sauber machen will und dafür auf eine Leiter krabbeln muss, sollte extrem vorsichtig sein, Denn: „Das ist eine sehr große Gefahrenquelle“, weiß Dr. Hans Goost, Chefarzt der Orthopädie und Unfallchirurgie am Krankenhaus Wermelskirchen aus seinem Klinik-Alltag. „Wir behandeln jedes Jahr viele Becken- oder Wirbelbrüche, weil jemand von der Leiter gefallen ist.“ Glück im Unglück für Wermelskirchener, die nach einem Sturz, durch Osteoporose oder einen Unfall mit einer komplizierten Fraktur in die Klinik in der Königstraße gebracht werden: Goost, der seit 2013 Chefarzt der Klinik ist, und sein elfköpfiges Team arbeiten seit einem Jahr auch während den Operationen mit modernster Computertomographie.

Diese wird zwar bereits seit den 80er Jahren in Krankenhäusern und Praxen eingesetzt. Bisher jedoch nur zur Diagnose vor der nötigen Operation. Im Krankenhaus Wermelskirchen gibt es jetzt auch einen hochmodernen „3D-Bildwandler“ im Operationssaal, um während des Eingriffs kontrollieren zu können, ob die Rekonstruktion eines mehrfach gebrochenen Knie- oder Sprunggelenkes perfekt gelungen ist. „Früher war es während der OP nur möglich, mit einem Röntgengerät ein Bild von oben und von der Seite von dem Gelenk zu machen“, erklärt Goost, der pro Jahr zwischen auch zwischen 75 und 100 Operationen an der Wirbelsäule durchführt. Der neue Bildwandler setzt aus insgesamt 450 Bildern ein 3D-Modell zusammen, das dem Operateur genau zeigt, ob eine Schraube im Gelenk richtig eingesetzt ist.

„Das haben die Patienten ansonsten erst am Tag nach der OP gemerkt, wenn die Schraube falsch eingesetzt war und bei der Bewegung störte“, so der Experte. „Ein Viertel aller Schrauben, die vor der neuen Technik in Hand- oder Sprunggelenke oder im Becken eingesetzt worden sind, waren früher in der falschen Position.“ Dadurch, dass Goost und sein Team die neue Technik nutzen, bei der das Gerät in einer Kreisbewegung um das Gelenk, die Wirbelsäule oder das Becken herumfährt, bevor die Operationswunde verschlossen wird, können Korrekturen bereits beim ersten Eingriff erfolgen. Ein großer Vorteil für die Patienten, weil dadurch keine zweite OP für eine Revision nötig ist.

 Der neue, moderne 3D-Bildwandler liefert den Ärzten im Operationssaal ein genaues Bild vom Gelenk, an dem operiert wird.
Der neue, moderne 3D-Bildwandler liefert den Ärzten im Operationssaal ein genaues Bild vom Gelenk, an dem operiert wird. Foto: Krankenhaus Wermelskirchen

280.000 Euro hat sich die Klinik den neuen 3D-Bildwandler der Firma Ziehm kosten lassen, der fast täglich im Einsatz ist. „Vor allem Patienten mit osteoporotischen Brüchen am Kreuzbein oder bei Wirbelsäulenverschleiß profitieren von der neuen Technik“, sagt Geschäftsführer Christian Madsen. Für die das Team von Hans Goost extra geschult wurde. Vier Oberärzte und elf Assistenzärztinnen und Ärzte arbeiten in der Orthopädie mit Chefarzt Goost mit dem Bildwandler, der dabei hilft, noch bessere OP-Ergebnisse zu erzielen. „Das Krankenhaus Wermelskirchen steht für moderne Medizin und hat sich zu einem Gesundheits- und Kompetenzzentrum in der Region entwickelt. Der Patient und deren persönliche Begleitung stehen bei uns im Mittelpunkt, weil wir uns als Klinik mit Herz sehen“, sagt Christian Madsen. „Dass dieses Konzept ankommt, merken wir auch an den Patientenzuwächsen“, fügt er hinzu.

Die Corona-Pandemie habe zwar dafür gesorgt, dass im Frühjahr einige Operationen verschoben werden mussten, „aber wir sind längst wieder im normalen Rhythmus“, so der Klinik-Chef. Die Sorgen einiger Menschen, dass sie sich im Krankenhaus mit dem Coronavirus anstecken könnten und deshalb geplante Operationen verschieben, kann er zerstreuen: „Wir haben gründliche Kontrollen, bevor Patienten aufgenommen werden und ein sehr strenges Hygienekonzept. Hier muss sich niemand fürchten.“ Oder eine notwendige OP verschieben, so Chefasrzt Goost: „Das würde nur den Gesundheitszustand verschlechtern.“