Wermelskirchen Polizisten auf Kirmes-Streife zeigen sich bürgernah

Wermelskirchen · Die BM begleitete am Samstagabend den Bezirksbeamten Frank Preyer und Andreas Weilermann, den Leiter der Wache.

 Frank Preyer (l.) und Andreas Weilermann zeigen sich bei ihrer Kirmes-Streife bürgernah – wie hier im Gespräch mit einem Paar aus St. Pauli.

Frank Preyer (l.) und Andreas Weilermann zeigen sich bei ihrer Kirmes-Streife bürgernah – wie hier im Gespräch mit einem Paar aus St. Pauli.

Foto: Jürgen Moll

Immer heftiger wird der Regen am Samstagabend, als Polizei-Wachleiter Andreas Weilermann und Bezirksbeamter Frank Preyer an die Eich kommen. Ohne Schirm, dafür mit neongelben Jacken ausgerüstet, geht der Rundgang auf der Kirmes los. Auf dem Loches-Platz erklärt Weilermann, worauf die Beamten bei ihren Touren achten: "Wir behalten immer im Auge, wo Aggressionspotenzial ist." Das gebe es am so genannten Bermuda-Dreieck, aber auch rund um den Autoscooter auf dem Schwanenplatz — "und überall dort, wo viel Alkohol getrunken wird".

Doch nur darauf zu schauen, wo die fröhliche Stimmung plötzlich umschlagen könnte, ist nicht seine Art. Seit Februar leitet Andreas Weilermann die Polizeiwache Wermelskirchen: "Ich komme mit jedem ins Gespräch", sagt er und spricht kurzerhand ein Paar vor einer Losbude an: "Sie sehen aber nicht so aus, als hätten sie heute schon das große Los gezogen." Es werden ein paar nette Worte gewechselt, dann geht es weiter. "Mir ist es wichtig, dass wir uns bürgernah präsentieren. Denn dann begegnen die Menschen uns ebenfalls freundlich", sagt der Polizist.

Weiter geht es in Richtung Schwanenplatz. An jeder Ecke werden Hände geschüttelt, Sprüche ausgetauscht, oder es wird ein kurzer Plausch gehalten. "In der Regel ist es ruhig hier, das ist uns auch definitiv lieber. Deshalb suchen wir auch die Gespräche mit den Menschen", sagt Weilermann.

Auf dem Weg in Richtung Schwanenplatz kommen den Beamten mehrere Gruppen Jugendlicher entgegen, die ausgelassen Polizeioberkommissar Frank Preyer begrüßen und Sprechchöre für den Bezirksbeamten beginnen. "Du bist ja richtig beliebt", neckt Weilermann seinen Kollegen. "Natürlich. Die Laola-Welle machen sie sicherlich auch noch", antwortet Preyer lächelnd.

Die Stimmung zwischen den Beamten ist eine gute Mischung aus Heiterkeit und Wachsamkeit. Auf dem Schwanenplatz begegnet ihnen ein "alter Bekannter". "Ich habe schon eineinhalb Jahre keine Anzeige mehr bekommen", berichtet er den Polizisten. Auch für die Kirmeszeit verspricht er, "sich zu benehmen." "Eigentlich ein lieber Junge, aber leider wird er manchmal etwas schwierig", erklärt Weilermann und wendet sich einem kleinen Mädchen zu, das die Beamten mit großen Augen ansieht. Sie hat eine wichtige Frage auf den Lippen: "Wieso müssen sich die Polizisten im Fernsehen nicht anschnallen, wenn sie Auto fahren?" Geduldig und einfühlsam erläutert Weilermann, wie wichtig das Anlegen des Gurtes für die eigene Sicherheit ist: "Wir machen das immer, und Du musst das auch immer machen." Anschließend darf die fünfjährige Dana auch noch die Polizeimütze aufsetzen.

Unterdessen erreicht Weilermann ein Funkspruch eines Kollegen: Der "alte Bekannte" sei durch übermäßigen Alkoholkonsum leicht aggressiv aufgefallen. "Wir behalten ihn im Auge", sagt Weilermann.

Jeden Tag ist er im Einsatz: "Es ist meine erste Kirmes in Wermelskirchen. Nur so kann ich meinen eigenen Eindruck vom wichtigsten Ereignis in der Stadt bekommen", stellt der Polizist klar.

(jini)
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