Wermelskirchen: Polizisten als Friedhofsverwalter

Wermelskirchen: Polizisten als Friedhofsverwalter

41 Jahre war er Polizist, die letzten 25 Jahre zusätzlich als Verwalter des katholischen Friedhofs in Grunewald tätig: Theo Althoff. Jetzt übergab er diese Aufgabe an seinen ebenfalls pensionierten Kollegen Herbert Kuschwart und dessen Sohn Christian.

Der katholische Friedhof in Grunewald bleibt auch weiterhin fest in der Hand gestandener Ordnungshüter. Im Rahmen einer Feierstunde mit den Kirchenvorstandsmitgliedern von St. Apollinaris und Wegbegleitern bedankten sich die Verantwortlichen der katholischen Kirchengemeinde von St. Michael und Apollinaris bei Theo Althoff für seine über 25-jährige Tätigkeit als Friedhofsverwalter. Der 68-Jährige, der als Polizist im November 2009 in den Ruhestand trat, legte das Amt aus Altersgründen nieder. Seine Nachfolge tritt Herbert Kuschwart (66 Jahre) an, der ebenfalls Kriminalbeamter im Ruhestand ist. Dabei bildet Kuschwart ein "Tandem" mit seinem 37-jährigen Sohn Christian, der beruflich als Haustechniker arbeitet und sich auf dem Friedhof vorrangig um die handwerklichen Aufgaben kümmern wird.

"Genau wie Theo Althoff wohnt Herbert Kuschwart in der Nachbarschaft des Friedhofs und gehört genauso dem Kirchenvorstand in St. Apollinaris an. Sein Sohn Christian lebt zwar in Wermelskirchen, was bei Bedarf aber keine nennenswerte Entfernung ist. Wir sind froh, eine Lösung für die Nachfolge aus den eigenen Reihen in Grunewald gefunden zu haben", freute sich Heinz Schmitz, im Kirchenvorstand zuständig für die Friedhofsangelegenheiten. Eigentlich wollte Theo Althoff sein Amt nach genau 25 Jahren zum Ende des vergangenen Jahres abgeben. Um die Nachfolgersuche nicht unter Zeitdruck zu setzen und die Einarbeitung zu ermöglichen, machte er dann doch noch drei Monate weiter: "So sind es 25 Jahre und ein Vierteljahr geworden. Ich habe diese Arbeit mit Freude gemacht und viele interessante Menschen kennengelernt." Althoff wurde einst von seinem "Vorbild" Willi Hausmann sowohl für den Polizeidienst als auch für die Arbeit im Kirchenvorstand und vor allem als Friedhofsverwalter geworben. So trat Theo Althoff nicht nur beruflich in die Fußstapfen von Hausmann. Als Dankgeschenk überreichte Pfarrer Michael Knab einen Gutschein für Campingbedarf an Theo Althoff, der mit seiner Gattin gerne im Wohnmobil unterwegs ist. "Das ist eine sehr umfangreiche Aufgabe. Der kirchliche Tarif an Entlohnung kann das gar nicht vergüten, was da geleistet wird. Es geht um Verwaltung und Instandhaltung, jedoch auch um eine seelsorgerische Aufgabe - der richtige Ton nach außen muss stets getroffen werden, damit es gelingen kann", betonte Knab. Dann und wann müsse ein Friedhofsverwalter den Angehörigen eines Verstorbenen auch einmal auf die Zehen treten, wenn ein Grab nicht vernünftig gepflegt werde und beispielsweise Unkraut auf anliegende Gräber wuchere. Knab weiter: "Diese Arbeit erfordert eine hohe zeitliche Flexibilität, denn der Tod macht keine Pause. Steht am 27. Dezember eine Beerdigung an, muss sich ein Friedhofsverwalter auch am zweiten Weihnachtsfeiertag um Vorbereitungen kümmern."

Aus den Jahren seiner Tätigkeit kann sich Theo Althoff viele kleine und große Anekdoten erinnern. Bis heute ärgert er sich über Menschen, die ihren Müll in den Behältern auf dem Friedhof entsorgen: "Sogar Tierkadaver habe ich schon gefunden."

Als der Verband der Kriegsgräberfürsorge vor gut zehn Jahren die Soldatengräber, die auf dem katholischen Friedhof in Grunewald als Gedenkstätte an die Gefallenen der beiden Weltkriege dienen, entfernen und durch fünf Eisenkreuze ersetzen wollte, war Althoffs Widerstand geweckt: "Unsere Großväter und Väter haben dafür gesorgt, also müssen wir uns darum kümmern." Mit Blick auf seine Nachfolger Herbert und Christian Kuschwart unterstrich Althoff: "Das halten wir so bei!"

(sng)