Wermelskirchen: Polizei legt fünf Motorräder sofort still

Wermelskirchen : Polizei legt fünf Motorräder sofort still

"Kaffee und Knöllchen" - unter diesem Motto stand am Sonntag eine Kontrollaktion an der Dellmannstraße. Die Polizei kontrollierte dabei 50 Biker. Auch der Lärmpegel wurde gemessen. Wer den dB-Filter entfernt hatte, durfte nicht weiterfahren.

Die Motorradfahrer kommen nicht aus den Schlagzeilen raus. Mal ist es die Lautstärke, dann wieder die hohen Geschwindigkeiten. Die Zulassungszahlen steigen, und es steigt auch der Unmut vieler Bürger gegenüber den Motorradfahrern. Protest und Widerstand in der Bevölkerung wachsen. Es sind zu viele, sie sind zu laut und Verkehrsvorschriften scheinen für sie nicht zu gelten -so die Vorwürfe. Dies gilt natürlich nicht für alle Biker, aber eine Minderheit hat es geschafft, dieses einmal schöne Hobby richtig in Verruf zu bringen. Bei der Polizeiaktion "Kaffee und Knöllchen" finden Kontrollen statt, die Beamten wollen auch mit den Motorradfahrern ins Gespräch kommen - so am Sonntag auf dem Parkplatz an der Feuer- und Rettungswache.

Einzelne Fahrzeuge oder ganze Gruppen wurden von der Dellmannstraße auf den Parkplatz der Feuerwehr geleitet. Und die Polizisten wurden fündig. Bereits kleine Verstöße, wie das Fehlen eines Rückstrahlers, wurde mit einem Knöllchen belegt. Eine Gruppe mit schweren amerikanischen Motorrädern wurde überprüft. Alle waren im zugelassenen Lärmbereich, aber als komplette Gruppe sehr laut. "Das ist gute Lobbyarbeit der Hersteller und der Industrie", sagen die Polizisten. "Hier sind die Politik und der Gesetzgeber gefordert. Wir kontrollieren ja nur nach den bestehenden Vorschriften."

Ganz hart traf es fünf Motorradfahrer, die nicht mehr weiterfahren durften. "Die Modellnummer der Auspuffanlage stimmt nicht mit den Unterlagen überein. Damit erlischt sofort die Betriebserlaubnis", erklärte Hauptkommissar Sven Barz. Der Motorradfahrer aus Viersen hatte darüber hinaus nicht genehmigte Kupplungs- und Bremshebel montiert. "Gerade bei diesen Artikeln wird so viel Dreck aus China verkauft", sagte der Polizist. "Dieses Motorrad ist fast 300 Stundenkilometer schnell. Was macht der denn, wenn so ein Hebel bricht?" Auch wer seinen Auspuff "leerräumt" und den dB-Filter entfernt, hatte ein Problem. Die Weiterfahrt wurde sofort untersagt.

Parallel gab es an zwei weiteren Standorten Geschwindigkeitskontrollen. Und auch das zivile "Provida"-Überwachungs-Motorrad war unterwegs. "Gemessen am Betrieb waren die 27 Verstöße relativ gering", sagte Pressesprecherin Sheila Behlert. "Vielleicht waren so viele unterwegs, dass sie sich schon gegenseitig behindert haben."

Bürgermeister Rainer Bleek und der Technische Beigeordnete Thomas Marner informierten sich über die Polizeiaktion. "Wir verstehen den Frust der Bürger, können aber nach geltendem Recht wenig tun. Hinweise, Ermahnungen und Kontrollen haben zwar Erfolg, aber alle schwarzen Schafe erreichen wir sicher nicht", sagte Bleek. Die nächste Aktion "Kaffee und Knöllchen" findet im September statt. Wann und wo, wollte Polizeihauptkommissar Ulrich Schramm nicht verraten.

(wsb)
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