Ansichtssache : Geschäftsaufgabe reißt Lücke ins Einzelhandelsangebot

Wieder schließt ein Fachgeschäft in der Innenstadt. Das ist keine gute Botschaft. Die Stärke des Einzelhandels ist immer die Vielfalt und eine gute fachliche Beratung.

Nicht nur Kunden waren negativ überrascht, auch für die Geschäftswelt in der Wermelskirchener Innenstadt ist es keine gute Nachricht, dass ein weiteres Fachgeschäft schließt: Nachdem „Möbel von den Eichen“ am Kirmes-Samstag seinen letzten Verkaufstag hatte und dann die Türen für immer dichte machte, hat nun diese Woche das traditionsreiche Schuhgeschäft Schnütgen an der Kölner Straße geschlossen. Nach den Weihnachtsfeiertagen  läuft zwar noch der Räumungsverkauf, aber das ist nur der Countdown für das endgültige Aus.

So nachvollziehbar die Entscheidung der Inhaber ist, die Wermelskirchener stimmt die Schließung traurig. Schließlich war das Fachgeschäft mit seinem höherwertigen Sortiment für viele Anlaufstelle Nummer eins, wenn es um ein Paar gute neue Schuhe oder Stiefel ging. Das Geschäft war eine wichtige Facette im Einzelhandelsangebot in der Innenstadt. Viele ihm ihm treu, weil sie sich ganz bewusst gegen den Internethandel entschieden und für den Handel vor Ort mit guter Beratung und der Chance zur guten Anprobe. Gut, dass wenigstens die „Quick-Schuh“-Filiale bleibt, denken sich viele.

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Brandschutz gleich Sicherheit – diese Assoziation liegt nahe. Nicht dass die Sicherheit im Ernstfall gefährdet ist, aber in Sachen Brandschutz hat Wermelskirchen noch Verbesserungsbedarf. Jetzt wurde ein richtiger und wichtiger Schritt getan. 15 neue Stellen für Rettungssanitäter wurden geschaffen und teilweise schon besetzt, sie finden Platz in einem schmucken, neuen Anbau an der Wache Vorm Eickerberg. Künftig kann der Löschzug mit mehr Einsatzkräften ausrücken. Außerdem ist die Raumenge mit der Erweiterung behoben. Auch das war das Gebot der Stunde und ein wichtiges Signal an die Feuerwehrmänner und -frauen – gleichsam auch eine Wertschätzung ihrer Leistung. Jetzt folgen Neubauten der Gerätehäuser in drei Ortsteilen. Sie sollen Platz für die inzwischen größeren Feuerwehrfahrzeuge bieten. Auch hier lautet die unterschwellige Botschaft an die Freiwilligen Wehren: Ihr leistet unverzichtbare Dienste für die Sicherheit der Bürger. Auch die neuen „Domizile“  werden ein Ausdruck der Wertschätzung sein.

Nicht ganz bei Null nimmt der neu gebildete Zukunftsausschuss, den der Stadtrat jetzt beschlossen hatte, seine Arbeit auf. Der Arbeitskreis Zukunft hat zwar  Vorarbeit geleistet  und Handlungsfelder definiert. Doch jetzt muss der Fachausschuss sein Profil schärfen und  zeigen, dass er nicht die Vorarbeit für die anderen Ausschüsse leistet, sondern eine Klammer bildet für Politik in der Stadt. Das ist eine Chance. Denn Fachausschüsse haben naturgemäß primär ihre Themen im Fokus. Der neue Ausschuss kann wichtige Impulse geben. Er kann Mahner und Lotse sein. Die spannende Frage ist, ob er  ein Leitbild für Wermelskirchen entwickelt – etwa unter dem Titel „die wachsende Kleinstadt im Bergischen“. Und ob und wie die Mitglieder ihre Fraktionskollegen für ihre Ideen begeistern und von ihren Anträge  überzeugen können. Der Zukunftsausschuss darf kein Anhängsel anderer Gremien sein, er muss sich mit Kernthemen wie Infrastruktur, Innovation, Mobilität, Wirtschaft und Bildung auseinandersetzen und deutlich machen, wohin sich Wermelskirchen entwickeln sollte.