Ansichtssache : Streit um OGS Hünger beenden – der Schule zuliebe

Mit seinen Vorwürfen zum Thema Sicherheit schadet der Vorsitzende des Betreuungsvereins am Ende dem kompletten Schulstandort. Am kommenden Montag stellt der Verein zunächst selbst einen „Wachmann“.

Für Außenstehende ist es kaum durchschaubar, warum der Streit zwischen dem Vorsitzenden des Betreuungsvereins Hünger und der Stadt noch nicht beigelegt ist. Es geht dem Vorsitzenden jetzt nicht mehr um den Umbau der OGS-Räume und die Mensa, sondern um die Frage der Sicherheit, die er dreht und wendet – und an deren Ende er nach ausgiebigem E-Mail-Verkehr eine Drohung setzt. Die erste Drohung, die OGS bereits am vergangenen Montag zu schließen, hat er nicht umgesetzt, nun wollte er am kommenden Montag die Betreuung einstellen. Tut er jetzt aber auch nicht, sondern der Verein stellt selbst einen „Wachmann“. Leidtragende sind Kinder, Eltern und die Schule, die zuschauen muss, wie der Schulstandort Hünger auf unschöne Weise immer wieder in die Diskussion gerät und wie er auch einen Imageschaden davon tragen könnte, obwohl dort gute Arbeit geleistet wird und die Schule sich wohlweislich aus dem Streit ausgehalten hat.

Fest steht: Die Stadt kann es sich als Schulträger überhaupt nicht leisten, auf ein Alarmierungssystem zu verzichten. Sie hat es den Schulen allerdings freigestellt, wie sie die Alarmierung gewährleisten. In vielen Fällen ist es die Handykette. Seit Amokläufen in Schulen für Schlagzeilen sorgten, sind alle sensibilisiert, wie wichtig ein Alarmierungssystem ist. Und seit der Katastrophe bei der Love-Parade in Duisburg wurde durchleuchtet, wie Schulen sicher gemacht und und Evakuierungen organisiert werden können. Brandschutzpläne wurden erstellt. Die Schulträger wissen um die Wichtigkeit und Sensibilität dieses Themas.

  Sólveig  Pudelski
Sólveig Pudelski Foto: Stephan Köhlen/Stephan Köhlen (teph)
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In Hünger soll nun ein Pilotprojekt starten, das den Kritiker an der Spitze des Betreuungsvereins zufrieden stellen sollte. Es soll ein neues Alarmierungssystem installiert werden, bei dem im Notfall in jedem Raum ein Alarmierungsknopf gedrückt werden kann.

Aber das Klima zwischen beiden Parteien scheint so vergiftet zu sein, dass es bei der geplanten Trennung zum Ende des nächsten Schuljahres bleiben wird. Es ist Zeit, dass ein sauberer Abschluss gemacht wird. Der Verein sollte die notwendigen Belegungsnachweise vorlegen, damit auch finanziell ein Schlussstrich gezogen werden kann. Letztlich auch den Kindern und deren Eltern zuliebe, die ihre Schule in ihrem Ortsteil schätzen.

In Kleinstädten funktioniert der Zusammenhalt, das Ehrenamt blüht, man setzt sich für seinen Verein, für seine Gemeinde ein, heißt es. Und die Ehrenamtlichen in der katholischen Kirchengemeinde, die jetzt vorübergehend den Küsterdienst in der Kirche St. Apollinaris übernommen haben, liefern den Beweis, dass diese landläufige Meinung stimmt. Es ist beachtlich, was die engagierten Gemeindemitglieder leisten, pünktlich und gewissenhaft ihren Dienst versehen. Einfach vorbildhaft, auch wenn dies kein Dauerzustand bleiben sollte.

(pd)