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Plattform soll in Wermelskirchen im Sommer 2023 Praktika vermitteln

Aufholen nach Corona in Wermelskirchen : Plattform soll in 2023 Praktika vermitteln

Die Stadtverwaltung erarbeitet ein mögliches Konzept, dass Firmen und Jugendliche für Praktika zusammen bringt. Der Bedarf ist groß.

Als das Bürgerforum den Antrag im März diesen Jahres einreichte, hatte die Stadtratsfraktion die Hoffnung, dass die Idee für die gerade begonnenen Sommerschulferien umgesetzt werden kann. Nun ist klar: Die von Büfo angeregte Internetplattform zur Vermittlung von Schnupperpraktika für jugendliche Schülerinnen und Schüler wird es erst im Sommer des kommenden Jahres geben können. Zumindest verabschiedete der Schulausschuss einen entsprechenden Prüfauftrag an die Stadtverwaltung, die nun Möglichkeiten, Voraussetzungen und Fördergeldoptionen zusammenstellt.

Über die Internetplattform sollen Jugendliche und Unternehmen zusammenfinden, im Idealfall Schnupperpraktikanten und Anbieterfirma direkt zusammenfinden. Wie Miriam Schöpp (Büfo) im Schulausschuss erläuterte, könne auch eine „Schnupperwoche“, in der die Jugendlichen an fünf Tagen fünf verschiedene Unternehmen besuchen, ein Modell für das Vorhaben sein. Verschiedene Ansätze könnten in das Projekt einfließen. „Uns hat geärgert, dass unser Antrag erst im Haupt- und Finanzausschuss und jetzt im Schulausschuss besprochen wird, aber wohl eigentlich in den Jugendhilfeausschuss gehört hätte“, sagte Miriam Schöpp: „Der Antrag ist lange liegen geblieben.“ In dem Papier stellt Büfo dar, dass Praktika zu den wichtigsten Instrumenten der Berufsorientierung gehören, zuletzt wegen der Pandemie aber gar nicht oder nur eingeschränkt zum Tragen gekommen wären. Um eine Unterstützung zur erneuten Aktivierung zu bieten, sollte die Stadt nach Ansicht von Büfo ebenso die Beauftragung Dritter in Betracht gezogen werden. Als Beispiel führt das Bürgerforum die „stafftastic GmbH“ an, die für die Homepage www.praktikumswoche.de verantwortlich zeichnet.

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Michael Schneider, Fraktionsvorsitzender der CDU, attestierte dem Büfo-Antrag: „Das ist eine gute Idee.“ Für die Sozialdemokraten teilte Ralph Weber diese Meinung: „Gegen den Prüfauftrag kann man gar nichts haben.“ Lediglich Ulrike Schorn-Kussi (Die Grünen) hakte nach: „Wo ist denn Bedarf angemeldet worden?“

Daraufhin machte sich Bürgermeisterin Marion Lück für die Idee stark: „Sowohl Eltern als auch Unternehmen haben Bedarf angemeldet. Durch Corona sind die Bindungen verloren gegangen, die wieder aufgebaut werden müssen.“ Partner für die Stadt könnten sowohl die Industrie- und Handelskammer (IHK) als auch der Marketingverein „Wir in Wermelskirchen“ (WiW) sein: „Der Wunsch nach einem beauftragten Drittanbieter, der so etwas bereits umsetzt, macht Sinn“, sagt die Bürgermeisterin. Sie habe sich informiert und unter anderem mit der „stafftastic GmbH“ telefoniert: „Deren Komplettpaket kostet 13.000 Euro.“ Arbeite Wermelskirchen mit zum Beispiel Burscheid und Hückeswagen zusammen, wären die Kosten für alle gering. „Wir brauchen mehr Auszubildende und ich möchte, dass meine Leute in Wermelskirchen einen guten Ausbildungsplatz bekommen und nicht abwandern“, betonte Marion Lück. Wermelskirchen müsse mit Städten in ähnlicher Situation und mit ähnlichen Ambitionen kooperieren – die Jugendlichen beispielsweise nach Remscheid abwandern zu lassen, könne nicht das Ziel sein.