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Pflegefamilien nehmen Kinder in Not auf.

Pflegedienst in Wermelskirchen : Stadt sucht neue Pflegeeltern

Manche Kinder erleben Schlimmes, müssen aus ihrer Familie genommen werden. Das Jugendamt bringt sie in einer Familie unter, die in einer Art Bereitschaftsdienst für solche Notfälle zur Verfügung steht.

Wenn das Jugendamt ein Kind von jetzt auf gleich aus einer Familie nehmen muss, um es in einer Krisensituation zu schützen, bringt sie es oft bei Pflegeeltern unter. Zwar haben die Mitarbeiter eine Liste mit Pflegeeltern, die grundsätzlich Kinder aufnehmen. Aber für die sogenannte Bereitschaftspflege werden noch Eltern gesucht. „Es ist enorm, was diese Familien leisten. Sie müssen sehr spontan in der Lage sein, ein Kind zu betreuen“, sagt Janina Decker, Sachgebietsleiterin für Erzieherische Hilfen im Amt für Jugend, Bildung und Sport.

Einige Pflegeeltern leisten ausschließlich die Bereitschaftspflege, die meisten aber nehmen „nur“ dauerhaft ein oder mehrere Pflegekinder auf. Für diese Aufgabe müsse die Stadt Wermelskirchen nicht einmal offensiv werben, „die Bewerber melden sich bei uns über Mundpropaganda“, sagt Decker.

Generell entscheidet die Fachkraft des Jugendamtes mit den Vorgesetzten, welche Unterbringungsform für das Kind am besten geeignet ist, sobald Kinder und Jugendliche in einer stationären Maßnahme untergebracht werden sollen. Diese Entscheidung wird vom Alter und dem jeweiligen Entwicklungsstand des Kindes abhängig gemacht. Für die Ausbildung, fachliche Begleitung und ständige Betreuung der Pflegefamilien ist der Pflegekinderdienst zuständig. Denn sich einfach nur um die Aufgabe bewerben, das reicht nicht. Aus gutem Grund führen die Fachkräfte des Pflegekinderdienstes mit Bewerbern mehrere Gespräche. Außerdem schauen sie sich bei Hausbesuchen die räumliche und familiäre Situation an. Dann wird die Eignung der Bewerber eingeschätzt. Schließlich muss das Jugendamt das Kind, das möglicherweise Schlimmes erlebt hat – bis hin zur Gewalt oder Missbrauch – in guten Händen wissen. „Eine pädagogische Vorbildung muss man aber nicht haben“, sagt Decker.

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Wer geeignet ist, wird durch eine bisher intern durchgeführte Pflegeelternfortbildung auf die neue Aufgabe vorbereitet. Dabei geht es auch um Themen wie Bindungsverhalten und Loyalitätskonflikte, Kontaktgestaltung zu den Herkunftseltern, Traumatisierung und Entwicklungsverläufe. Auch werden sie über ihre Rechte und Pflichten als Pflegeeltern aufgeklärt. Danach erhalten sie eine Pflegeerlaubnis.

Die Fachkräfte des Pflegekinderdienstes sind stetig auf der Suche nach neuen, geeigneten Pflegefamilien, die  bereit sind im Rahmen der Bereitschaftspflege kurzfristig Kinder für einen begrenzten Zeitraum aufzunehmen.

Bewerber meldensich beim Pflegekinderdienst der Stadt: Wargenau-Zeitz Tel.: 02196 710 514 (Mo, Mi, Fr);   Zielke Tel.: 02196 710 - 524 (Mo - Mi).

(pd)