Pflege und Betreuung durch mobile Pflege

Serie So leben die Älteren in Wermelskirchen : Glücklich als mobile Altenpflegerin

Yvonne Dreier arbeitet seit einem guten Jahr beim mobilen Pflegedienst Lutermann & Bister. Die 39-Jährige hat zuvor eine andere Ausbildung gemacht, aber in der Altenpflege ihre Berufung gefunden.

Wermelskirchen Für Yvonne Dreier ist der Pflegeberuf eine echte Herzensangelegenheit. Die 39-Jährige aus Dhünn ist nämlich erst auf Umwege in der Altenpflege gelandet. „Ich habe eigentlich eine Ausbildung als Textilmaschinenmechanikerin gemacht, um 2010 herum bin ich dann aber als ungelernte Pflegehilfskraft in eine stationäre Einrichtung gegangen und habe dort vier Jahre lang gearbeitet“, sagt Yvonne Dreier. Ende 2015 habe sie dann beschlossen, die Ausbildung zur examinierten Altenpflegerin zu machen. „Ich wurde in Leichlingen ausgebildet, auch in einer stationären Einrichtung. Dort hat man aber auch die verschiedenen Bereiche durchlaufen, zu denen auch die ambulante Pflege gehört“, sagt die 39-Jährige.

Obwohl sie es selbst nicht gedacht hätte, gefiel ihr diese Arbeit so gut, dass sie sich nach dem Ende ihrer Ausbildung Mitte 2018 beim Wermelskirchener Pflegedienst Lutermann & Bister beworben habe. Seit Oktober des Vorjahres arbeite sie nun in der mobilen Pflege. „Und ich bin wirklich sehr zufrieden – das merkt man wohl auch im Freundeskreis. Wenn ich davon erzähle, sagt man mir oft, dass ich dabei richtig glücklich wirke“, sagt die 39-Jährige. Und das merkt man auch im Gespräch mit ihr. Ihr Tagesablauf bestehe aus Früh- und Spätdiensten, dazwischen sei sie viel im Auto unterwegs. Wobei sich der Radius auf Wermelskirchen beschränke. „Andere Pflegedienste sind auch im Umland unterwegs, das machen wir aber nicht“, sagt Yvonne Dreier.

Drei Kollegen seien im Frühdienst tätig, der entweder um sechs Uhr oder um viertel vor acht Uhr beginne. „Spätdienst gibt es nur einen, weil da weniger zu tun ist“, sagt die 39-Jährige. Gesteuert würden die Einsätze via Smartphone, wo die Pflegemitarbeiter ihren Einsatzplan von der Zentrale aus bekämen. Die Einsätze umfassten die ganze Bandbreite der Pflege und Betreuung – „von der Komplettkörperpflege bis zum Frühstück oder die Medikamente richten ist da alles vertreten“, erzählt Yvonne Dreier.

Dabei habe sie durchaus auch ein wenig Zeit für ihre Patienten. „Manchmal merkt man schon, dass die Leute etwas auf dem Herzen haben. Dann nehmen wir uns auch Zeit, ihnen zuzuhören“, sagt Yvonne Dreier. Gute Pflege gehe für sie weit über das rein Medizinische hinaus. „Das hat auch was mit Herz und Verstand zu tun. Wer das nicht leisten kann, sollte auch nicht in der Pflege arbeiten. Ein Gespräch kann einem Menschen genauso guttun, wie ein Medikament“, ist die 39-Jährige überzeugt.

Für die eigene Psychohygiene müsse man indes auch sorgen, weiß die Altenpflegerin zu berichten. Denn manchmal bekomme sie die Sorgen und Nöte der Patienten durchaus ungefiltert zu hören. „Das ist schön, weil es von einem gewissen Vertrauen zeugt. Aber es kann auch sehr intensiv sein“, sagt Yvonne Dreier. Es gebe regelmäßige Dienstbesprechungen, bei denen man auch mal etwas davon wieder loswerden könne, ergänzt die 39-Jährige. Schön seien da auch die Beratungsgespräche mit den Patienten oder den Angehörigen. „Auch da kann man sich mal ganz anders austauschen“, sagt sie. Dabei werde evaluiert, wie viel Pflege für den einzelnen Patienten nötig sei, ob sich der Aufwand vergrößert oder verkleinert habe. Die Intervalle der Gespräche seien abhängig vom jeweiligen Pflegegrad.

Ziel der mobilen Pflege sei ja, dass die Menschen möglichst lange selbstständig in den eigenen vier Wänden leben könnten. „Wir bekommen die Veränderungen mit und können dann reagieren – eben auch durch die Beratungsgespräche. Aber auch Ärzte sind an dieser Stelle wichtig“, sagt Yvonne Dreier. Der nächste Schritt nach der mobilen Pflege sei die Unterbringung im betreuten Wohnen, irgendwann führe dann kein Weg mehr am Pflegeheim vorbei.

„Aber ich bekomme schon mit, dass viele Menschen sagen, dass sie ihre Selbstständigkeit behalten wollen“, sagt Yvonne Dreier nachdenklich und ergänzt: „Ich sage immer: Einen alten Baum verpflanzt man nicht.“