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Peter Wuttke in Dabringhausen: Blasorchester mit neuem Dirigenten

Peter Wuttke in Dabringhausen : Blasorchester mit neuem Dirigenten

Peter Wuttke leitet das Dabringhauser Orchester und bereitet die Musiker auf das Neujahrskonzert vor. Der Oboist arbeitet beharrlich den Charakter der Stücke heraus.

Die lange Zwangspause während der Corona-Pandemie hat das Blasorchester Dabringhausen für eine personelle Veränderung genutzt: Peter Wuttke ist neuer Dirigent und bereitet die Musiker akribisch auf das Neujahrskonzert vor. Das erste Probenwochenende hat bereits gezeigt, was für ein Glücksgriff dieser Musiker ist, berichtet Vereinssprecherin May-Birtt vom Stein.

Wie bei allen Vereinen gab es durch die Corona-Pandemie auch beim Dabringhauser Blasorchester eine lange Pause. Zum Glück hat diese nicht dazu geführt, dass die Musiker ihre Instrumente endgültig an den berüchtigten Nagel gehangen haben, sondern voller Spielfreude zu den Proben zurückgekehrt sind, sobald die Lage es wieder zuließ.

Auch die Jahreshauptversammlung musste dieses Jahr in den Herbst verschoben werden. Wie sehr die Mitglieder hinter ihrem Orchester stehen, zeigte sich auch daran, dass bei den Vorstandswahlen alle Posten problemlos besetzt werden konnten. Veränderung gab es bei der Geschäftsführung. Robert Schwenk musste sein Amt berufsbedingt leider niederlegen. Zum neuen Geschäftsführer wurde Timo Steinhaus einstimmig gewählt. Auch das Amt des Zeug- und Instrumentenwartes wechselte von Steffi Groß zu Lasse vom Stein; um die digitalen Medien kümmert sich jetzt Katharina Kuntz im Team mit Juliana Grammeth und Christian Herrmann.

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Bei allen übrigen Posten erfolgte die Wiederwahl der bisherigen Vorstandsmitglieder. Kirsten Steinhaus lenkt die Geschicke des Vereins als bewährte Vorsitzende damit für weitere zwei Jahre. Pressesprecherin May-Britt vom Stein: „Es ist sehr erfreulich, dass sich auch die Jugend in der Vorstandsarbeit engagiert und damit den Fortbestand des Traditionsorchesters sichert.“

 Ein Teil des neuen Vorstands: Peter Becker, Christian Herrmann, May-Britt vom Stein, Timo Steinhaus, Kirsten Steinhaus, Henry Bechert, Katharina Kuntz, Lasse vom Stein, Yvonne Stubenrauch (v.l.)
Ein Teil des neuen Vorstands: Peter Becker, Christian Herrmann, May-Britt vom Stein, Timo Steinhaus, Kirsten Steinhaus, Henry Bechert, Katharina Kuntz, Lasse vom Stein, Yvonne Stubenrauch (v.l.) Foto: Blasorchester

Im Herbst gab es noch einen einschneidenden Wechsel. Der langjährige Leiter des Blasorchesters, Reinhold Felthaus, wollte sich beruflich verändern, so dass ein neuer musikalischer Leiter gesucht wurde. Da die Vorbereitungsphase für das Neujahrskonzert bereits begonnen hatte, eilte die Neubesetzung. Durch zahlreiche Kontakte in der Musikerszene konnte innerhalb von nur zwei Wochen Peter Wuttke gewonnen werden, der das Orchester nun zunächst für das Neujahrskonzert fit macht.

Peter Wuttke studierte moderne und historische Oboe in Essen, Köln, Bremen und Den Haag. Er lebt in Düsseldorf und spielt als Barockoboist in verschiedenen Orchestern wie der Salzburger Hofmusik, dem Prager Ensemble 1704, dem Hannoveraner Orchester L’Arco und der Chursächsischen Philharmonie. Daneben gastiert er bei vielen Orchestern der „alten Musik-Szene“ wie der Akademie für alte Musik Berlin oder La Stagione (Frankfurt). Seit vielen Jahren leitet er Kammermusikkurse und Workshops, wodurch die Freude am Dirigieren bei ihm geweckt wurde.

Seit 2017 ist er Dirigent des Jugendsinfonieorchesters Solingen, seit 2019 des Collegium Musicum Ratingen und seit 2020 musikalischer Leiter des Amateur-Barockorchesters Köln (ABO), das am Zentrum für alte Musik (ZAMUS) in Köln angesiedelt ist. Seit 2008 leitet er als Dirigent das Orchester bei den Chor- und Instrumentaltagen in Essen-Kettwig der Werkgemeinschaft-Musik und ist ebenfalls seit vielen Jahren organisatorischer Leiter und Referent der Holzbläser bei den Wieswochen in Bayern, die ebenfalls durch die Werkgemeinschaft-Musik veranstaltet werden. Da selbst Musiker ein Hobby benötigen, ist er in seiner Freizeit begeisterter Marathonläufer.

Welch ein Glücksgriff dieser Dirigent für das Blasorchester Dabringhausen ist, ließ sich beim vergangenen Probenwochenende bereits ablesen, berichtet May-Britt vom Stein. Beharrlich und mit großer Geduld feilt er am Zusammenspiel, weist auf die großen Melodienbögen hin, die es zu erkennen gilt, lässt die Instrumente mal flüstern, mal im vollen Forte erklingen und arbeitet so den Charakter eines jeden Stückes heraus. Die Musiker folgen ihm willig und nach ein paar Anläufen klingt die Musik plötzlich ganz anders. Sie ist berührend oder auch mitreißend.

Noch liegt eine Menge Arbeit vor dem Orchester, bis dass die Stücke aufführungsreif sind. Wichtig ist jedoch zu verstehen, wie man die Musik so wunderbar gestalten kann, dass sie ihre Zuhörer in ihren Bann zieht. Bis zum Neujahrskonzert, das am 22. Januar 2022 stattfindet, ist es ja noch etwas Zeit.