Wermelskirchen: PETA-Protest vor der OBI-Zentrale

Wermelskirchen : PETA-Protest vor der OBI-Zentrale

In den konzernangehörigen OBI-Filialmärkten gibt es seit 2011 keine lebenden Tiere mehr.

"OBI hat sein Versprechen gebrochen und verkauft weiterhin Tiere in Baumärkten." So lautet die Anschuldigung der Tierschutzorganisation PETA. Deshalb protestierten gestern etwa 20 Mitglieder dieser Organisation vor die OBI-Systemzentrale an der Albert-Einstein-Straße.

In den Jahren 2015/2016 deckte die Organisation auf, dass ein großer Teil der im Handel verkauften Heimtiere aus tierquälerischen Zuchtanlagen stammten. Die Bilder waren in allen Zeitungen, wurden im Fernsehen gezeigt und sind heute noch im Internet zu sehen. Dies sei Tierquälerei aus Profitgründen, heißt es auf Seiten von PETA. Auch die Baumarktkette OBI war davon direkt betroffen, da in einigen Märkten Tiere verkauft wurden, die aus dieser Quelle stammten, so die Vertreter der Tierschutzorganisation. "Wir sind von OBI sehr enttäuscht", sagte Jana Hoger von PETA Deutschland aus Stuttgart.

"Unter einem großen Medienecho kündigte OBI den unverzüglichen Ausstieg aus dem Tierverkauf an. Passiert ist nichts. Noch immer werden in vielen Filialen Kaninchen, Meerschweinchen, Hamster, Mäuse und Reptilien verkauft." Nach Aussage von PETA war eine Kommunikation mit der Zentrale in Wermelskirchen nicht möglich. "Die Gespräche wurden von OBI eingestellt", sagte Hoger.

Obwohl der OBI-Markt in Wermelskirchen nicht betroffen ist und dort keine Tiere verkauft werden, ist die Zentrale in Wermelskirchen natürlich der Ansprechpartner für die Tierschützer. Hier werden die bundes- und weltweiten Entscheidungen getroffen. Deshalb zog die Organisation vor die Zentrale.

In der Konzernzentrale teilt man die Bedenken der Tierschutzorganisation: "Wir sind bereits 2011 aus dem Handel mit lebenden Tieren ausgestiegen", so Konzernsprecherin Elena Ottaviano: "Diesen Ausstieg hat OBI aus Überzeugung getätigt, weil diese Tiere nicht in einem Baumarkt gehören." Seit diesem Zeitpunkt führten alle konzernangehörigen Franchisenehmer keine lebenden Tiere in ihrem Sortiment - ausgenommen Aquaristik.

Wie das Unternehmen auf Anfrage dieser Zeitung erklärte, bieten von weltweit 660 OBI-Märkten bieten lediglich neun Partner-Märkte das umstrittene Sortiment an Lebendtieren in Deutschland an, so Ottaviano. Diese Märkte würden von zwei Franchisenehmern betrieben, sie liegen überwiegend in Süddeutschland, im Bereich Nürnberg, Fürth, Erlangen sowie in Hessen. Es sind selbstständige Franchisenehmer, die über ihr Sortiment und ihren Einkauf bestimmen. "Wir können das umstrittene Sortiment als Franchisegeber weder verhindern noch verbieten", so die Sprecherin.

"Die OBI-Zentrale hat bestimmt genügend Einfluss auf die Handelspartner, den Tierhandel zu unterbinden", meinte Eva-Lena Heydemann, die zum Protest aus Wuppertal gekommen war. Keine große Aktion, es sollte ein Zeichen gesetzt werden. Sicherheitskräfte sicherten das Firmengelände ab, aber alles blieb friedlich.

(RP)