Wermelskirchen: Persönliche Rituale: Kinder, Kirche und gutes Essen

Wermelskirchen : Persönliche Rituale: Kinder, Kirche und gutes Essen

Weihnachten und die Festtage sind bei den Menschen in aller Herren Länder von Bräuchen und persönlichen Ritualen geprägt - das ist in Wermelskirchen nicht anders. Wir haben einige Wermelskirchener befragt.

"Weihnachten beginnt für mich mit dem Schmücken des Christbaums. Dann schalte ich das erste Mal vom Alltag ab. Wirklich besinnen und zur Ruhe kommen kann ich beim Besuch des Christvesper-Gottesdienstes in Bergisch Born - wenn ich da sitze und dem Pfarrer zuhöre, erlebe ich das wohlige und heimelige Weihnachtsgefühl, das wohl jeder auf seine Art genießt. Ein lustiges und geselliges Ritual ist bei uns das 'Cousin-Wichteln', wie wir es nennen. Da treffen wir uns im Kreis der Familie und spielen mit Mitbringseln."

Tim Purkart, 32 Jahre, Unternehmer

"Unsere Kinder sind ja nun schon Jugendliche, also steht das Weihnachtsfest nicht mehr nur und ausschließlich im Zeichen von Sohn und Tochter, wie es früher einmal war. Für uns alle - dazu zählen auch meine Geschwister, deren Familien und die Ur-Oma - ist das Mittagessen bei meinen Schwiegereltern am ersten Weihnachtstag. Da gibt es traditionell ein Essen aus dem Römertopf, das vorher richtig lange und ausgiebig geschmort hat. Ohne dieses Essen und diese Tradition des gemeinsamen Treffens würde uns an Weihnachten etwas fehlen."

Claudia Strobel, 45 Jahre, Assistentin einer Geschäftsführung

"Wir haben noch jüngere Kinder. Deshalb machen wir die Bescherung an Heiligabend vor dem Abendessen. Dann sind die Kinder nicht mehr ganz so aufgeregt, und wir haben die Gelegenheit, in Ruhe mit der Familie zu essen und beisammen zu sitzen, wenn die Kinder sich später mit ihren Geschenken beschäftigen. Bei uns ist es eine ganz wichtige Tradition, dass das Essen nicht beginnt, bevor der erste Stern am Himmel steht - solange müssen alle warten."

Michael Foit, 41 Jahre, Haustechniker

"Die Weihnachtstraditionen haben sich gewandelt, nachdem meine Kinder inzwischen erwachsen sind. Heute gehört für mich ein festliches Essen mit meiner Familie in großer Runde unbedingt dazu. Nicht fehlen darf für mich ein Stück schlesischer Mohnkuchen. Mit einem guten Buch und auch weihnachtlicher Jazzmusik komme ich zur Ruhe."

Rainer Bleek, 62 Jahre, Bürgermeister

"Durch die Geburt unserer Kinder hat sich der Ablauf des Weihnachtsfestes in den vergangenen Jahren stark geändert. Für uns ist es wichtig, den Kindern die christliche Kernbotschaft des Festes zu vermitteln. Für den Gottesdienst sind die Kinder noch zu klein, aber wir lesen ihnen am Nachmittag des Heiligen Abends beim Kaffeetrinken unter dem Christbaum die Weihnachtsgeschichte aus einer Kinderbibel vor. Für mich persönlich beginnt die Weihnachtsstimmung auf der Feier der Werkstatt Lebenshilfe - da ist so viel Freude und Herzlichkeit."

André Frowein, 35 Jahre, Juca-Leiter und WiW-Geschäftsführer

(sng)
Mehr von RP ONLINE