Wermelskirchen PCB-Sammlung: Mehrere Mädchen sind geständig

Wermelskirchen · Eine vermeintliche Spendensammlung für eine PCB-Sanierung der Realschule hat Anfang der Woche für Turbulenzen gesorgt. Realschulleiterin Birgit Sköries erstattete Anzeige bei der Polizei und warnte über die BM ausdrücklich. Sie betonte, dass kein Realschüler zu einer derartigen Sammlung autorisiert sei.

 Die Realschule ist zwar in weiten Teilen PCB belastet. Die Schulleitung hat aber keine Jugendlichen herausgeschickt, um für die PCB-Sanierung Spenden zu sammeln. Trickbetrüger haben sich diese neue Masche ausgedacht.

Die Realschule ist zwar in weiten Teilen PCB belastet. Die Schulleitung hat aber keine Jugendlichen herausgeschickt, um für die PCB-Sanierung Spenden zu sammeln. Trickbetrüger haben sich diese neue Masche ausgedacht.

Foto: H.D. (Archiv)

Sie gehe auch nicht davon aus, dass Realschüler die Urheber seien, hatte Sköries bemerkt. Eine Zeugin hatte die Schulleiterin und die Polizei am Montagmorgen auf etwa 15-jährige Jugendliche hingewiesen, die mit einer selbst gebastelten Spendenbüchse an den Haustüren klingelten.

Die Kripo hatte zunächst den Verdacht, dass es sich wieder um die Ende März bereits überführten drei jugendlichen Trickbetrüger und -diebe handeln könne. Ein Junge und zwei Mädchen im Alter zwischen 14 und 17 Jahren hatten an den Haustüren vorwiegend Senioren unter einem Vorwand wie einer Umfrage in Gespräche verwickelt und abgelenkt. Ein Mitglied der Gruppe stahl sich dann in die Wohnungen und erbeutete Wertgegenstände wie Schmuck, Bargeld oder auch ein Fernsehgerät. Auch gewaltsam ist das Trio in Wohnungen eingebrochen, hat Türen und Fenster eingetreten und aufgehebelt. Die Drei haben die Taten gestanden.

Doch der vermutete Bezug der vornehmlichen PCB-Sammlung zu diesen Straftaten hat sich laut Kreispolizeisprecher Peter Raubuch nicht erhärtet. "Mehrere junge Mädchen haben sich meldet und gesagt, sie seien es gewesen", berichtet er. Die Mädchen würden Anfang der Woche polizeilich vernommen. Sie hätten einen Rechtsanwalt eingeschaltet. Bisher sei allerdings nicht bekannt, welche Schule die Mädchen besuchten. "Auch zu ihrem Motiv ist noch nichts bekannt", sagt Raubuch.

Die Mädchen hätten sich aber unmittelbar auf die Berichterstattung in der Bergischen Morgenpost gemeldet: "Die haben offensichtlich Angst bekommen", meint Raubuch. Eine neuerliche Vernehmung des Trickbetrüger und -diebestrios habe sich durch die Selbstanzeige der Mädchen dann natürlich erledigt. Ähnlich wie bei der Wasserpistole, die am Donnerstag am Gymnasium für Aufregung gesorgt hatte, stelle sich die PCB-Geschichte offensichtlich als weit weniger dramatisch dar, als zunächst angenommen. "Aber man kann heutzutage nie wissen. Vorsicht ist immer ein guter Ratgeber", sagt Raubuch und betont, dass die Berichterstattung der Bergischen Morgenpost ihren Effekt zur Aufklärung des PCB-Vorfalles hat erzielen können. Die Bewertung der Tat müsse nun die Vernehmung der Mädchen durch die Kriminalpolizei ergeben.

(RP)
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