"Pause & Alich" mit Weihnachtsspecial in der Katt in Wermelskirchen

Das Kabarettduo „Pause & Alich“ gastierte mit dem Weihnachtsspecial in der Katt : Irrwitzige Worttiraden in der Katt

Das Kabarettduo „Pause & Alich“ gastierte vor ausverkauftem Haus mit Weihnachtsspecial.

(sng) Wenn die beiden Bonner Kabarettisten Rainer Pause und Norbert Alich, besser bekannt als Duo „Pause & Alich“ mit den Charakteren Fritz und Hermann, sich in der Adventszeit aufmachen, um auf den Bühne der Nation die schmucken Schleifen und farbenfrohen Geschenkpapiere von den Geschehnissen des täglichen Wahnsinns zu wickeln, dann bleibt kein Auge trocken. So auch in der voll besetzten, ausverkauften Kleinen Halle der Kattwinkelschen Fabrik zum Weihnachtsspecial „Fritz und Hermann packen aus“.

Irrwitzige Worttiraden feuerten Fritz und Hermann sowohl in Soloteilen als auch im Zwiegespräch mal singend, mal sprechend ab. Die beiden graumelierten Herren, die für die deutsche Kabarettszene das sind, was die beiden Opas in der Theaterloge der Muppet-Show an unerlässlichem Beitrag leisten, machen weder Halt vor der Kirche, der ehemaligen DDR oder der Oper. In ihren zum Markenzeichen gewordenen Fracks blickten die beiden Kabarettgrößen auf die Jugend von heute („Das ist hier kein Problem, hier sitzen eh nur alte Leute im Publikum“): „Jesus war ein jüdischer Palästinenser. Da sagt doch jeder Jugendliche heutzutage: Da bin ich froh, dass der am Kreuz hängt. Da muss man doch sonst Angst haben, dass der einem eine Bombe zwischen die Füße wirft.“

Mit „Magenschmerzen“ erinnerte sich Hermann an die Erfolge der DDR-Sportler bei Olympia: „Die Ossis haben uns alles weggenommen. Nur im Stabhochsprung nicht, der wurde dort nicht gefördert – damit hätten die ja über die Mauer gekonnt.“

Und die Oper erklärte Hermann mit einfachen Worten, die mit schallendem Gelächter aus dem Publikum belohnt wurden. In der Oper sänge eine „etwas schwerer gebaute“, 62-jährige Sopranistin in der Rolle einer 22-Jährigen, die von einem „27-jährigen, schwulen Tenor aus der Ukraine“ angeschmachtet werde und ein Bariton habe etwas gegen diese Liebe: „In der Oper kriegen die Paare sich nie. Deshalb wurde die Operette erfunden – da kriegen die sich.“

Den Besuchern in Wermelskirchen rief Fritz zu: „Ihr seid doch weit entfernte (Bonn-)Beueler, zumindest von der rechten Rheinseite.“ Womit das Niedrigwasser im Fokus stand: „Am Klimawandel sind die Ökos schuld. Die rennen am Rhein entlang, schwitzen und erwärmen die Atmosphäre.“ Worauf Hermann seinem Spannmann vorwarf: „Du kannst doch nicht jede Umweltkatastrophe mit dummem Geschwätz bekämpfen.“ Antwort: „Aber man kann es versuchen.“

Einer der Kabarettfans und regelmäßiger Katt-Besucher in den Reihen des Publikums war Harald Röntgen. Der freute sich über die mit ungewaschener, rheinischer Zunge herausbaldowerten Pointen: „Klasse, die Beiden. Da muss man richtig aufpassen, der Knaller kommt immer unerwartet, plötzlich, fast beiläufig.“