Patricia Vonne rockt das Haus Eifgen.

Wermelskirchen: Patricia Vonne bringt deftigen TexMex ins Eifgental

Das erste „echte“ Herbstkonzert im Haus Eifgen war gleich ein echtes Highlight. Die texanische Musikerin, Sängerin und Schauspielerin Patricia Vonne – Schwester des Kultregisseurs Robert Rodriguez – war mit ihrer neuen CD „Top Of The Mountain“ und ihrer dreiköpfigen Band in Wermelskirchen zu Gast.

Und bescherte den rund 60 Besuchern einen herrlichen Abend mit einer melancholischen bis furiosen Mischung aus TexMex, Country, Bluegrass und Rhythm‘n‘Blues. Die ebenso hübsche wie talentierte Musikerin zog ihr Publikum mit vereinzelten deutschen Sätzen genauso in ihren Bann wie mit ihren tollen Songs. So kam nicht nur der erste Song auf der aktuellen Platte, zu Live-Ehren, sondern auch der erste Song, den sie jemals geschrieben hatte: „My Love Is A Bounty“.

Die drei Herren an Bass, Gitarre und Schlagzeug agierten souverän im Hintergrund und sorgten für einen dichten Soundteppich, auf dem sie nach Herzenslust agieren konnte. Und die verschiedenen Kulturen vermischen. Etwa indem sie mitten während des spanischsprachigen Lieds „Guitarras y Castañuelas“ mit ihren Kastagnetten durchs Publikum spazierte und verführerisch tänzelte, nur um pünktlich zur nächsten Strophe wieder hinterm Mikrophon aufzutauchen. Das machte Spaß, das transportierte ansteckende Lebensfreude, die Vonne auch abseits der Bühne versprühte.

Weshalb sie sich auch über die eher kleine und intime Bühne im Haus Eifgen so freute. „Ich liebe es, direkt von der Bühne ins Publikum gehen zu können“, sagte sie in der Pause. Und fügte an: „Und wenn ich dann danach wieder auf der Bühne bin, dann ist unsere Beziehung noch enger.“ Wenn man die Endvierzigerin auf der Bühne betrachtete, dann nahm man ihr sofort ab, dass sie an diesem Abend tatsächlich nur für die Wermelskirchener spielte. Und das sowohl bei flotten Tracks auch bei eher düster-melancholischen Songs.

  • Konzert im Haus Eifgen : Patricia Vonne: Ein Leben zwischen Musik und Film

Die gute Laune auf der Bühne war ansteckend, so dass es nicht weiter verwunderte, dass schon bald keiner mehr auf seinem Stuhl saß, sondern tanzte. In den ersten Reihen vor der Bühne ging es durchaus ordentlich zur Sache, so mancher kam dabei sogar richtig ins Schwitzen. Aber auch kleine, eher nachdenkliche Momente funktionierten im Rahmen dieses so vielfältigen Konzerts. Wenn Vonne etwa das nächste Lied ihrer Oma – und auch allen anderen Großmüttern – widmete. Jener Song „Severina“ war dann erneut eben jene leicht frivole Mixtur aus texanischen und mexikanischen Bluesklängen, die den inneren Mariachi von der Leine ließen, und einen innerlich sofort wieder die Sommerhitze von vor noch wenigen Wochen spüren ließen.

Einmal mehr stellte sich an diesem Abend, spätestens nach der stürmisch erklatschten Zugabe, zu der sich Vonne hinters Schlagzeug klemmte, das tolle Händchen der Verantwortlichen im Haus Eifgen unter Beweis, wenn es um die Auswahl der Künstler ging.

Mehr von RP ONLINE