Palliativmedizin in Wermelskirchen

Fachärztin in modernen Praxisräumen : Neue Praxis für Palliativmedizin eröffnet

Dilek Kalkan betreut über 200 Patienten in den Bereichen Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin. Zusätzlich setzt sie sich für eine ambulante Behandlung ein, die Patienten nicht aus der gewohnten Umgebung reißt.

Seit dem gestrigen Tag der offenen Tür kann Dr. Dilek Kalkan ihre Praxis in den Räumen an der Telegrafenstraße 25 betreiben. Seit Januar arbeitet die Fachärztin für Innere Medizin, Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin bereits in Wermelskirchen. Mittlerweile sind es über 200 Patienten, die sie und ihr vierköpfiges Praxisteam betreuen. Ab September kommt eine Auszubildende hinzu.

Die neuen und modernen Praxisräume seien genau auf die Bedürfnisse der Patienten zugeschnitten. „Wermelskirchen ist definitiv der richtige Ort für meine Praxis“, sagte sie. 410 Quadratmeter bieten Raum für alle ambulanten, medikamentösen und onkologischen Therapieformen nach aktuellen internationalen Richtlinien. Dazu gehörten tumorbiologische Untersuchungen und Gentests, aber auch bildgebende Verfahren wie Positronen-Emissions-Tomografie (PET), Computertomografie (CT) oder Ganzkörper Magnetresonanztomografie (MRT) zur detailgenauen Ermittlung des Krankheitszustandes.

Kalkan bedankte sich herzlich bei allen, die ihr bei der Verwirklichung dieser Praxis geholfen haben. Besonders dankte sie ihrem Ehemann Hidir und ihrer gesamten Familie. Kalkan und ihre Familie wohnen in ihrer Heimat Bergisch-Gladbach. Sie arbeite eng mit ihren Kollegen im niedergelassenen Bereich und im Krankenhaus zusammen. Kalkan nimmt an den wöchentlichen Tumorkonferenzen der umliegenden Krankenhäuser teil und kooperiert mit ihren niedergelassenen Kollegen aus Strahlentherapie, Radiologie, Pathologie, Psychoonkologie sowie mit Hausarzt und Pflege. Kalkan: „Alles für eine bestmögliche individuelle und ganzheitliche Therapieform.“

Bürgermeister Rainer Bleek betonte in seiner Begrüßung die Wichtigkeit dieser onkologischen Praxis für Wermelskirchen und dankte Kalkan für ihre „gelungene Standortauswahl“.

Kalkan finde eine gut funktionierende Ärzteschaft vor. Bleek bedauerte aber gleichzeitig die Probleme in der hausärztlichen Versorgung. Sie zu lösen sei Aufgabe der Politik. Bleek: Man müsse mehr Druck auf die kassenärztliche Versorgung machen. Kalkan habe es sich zum Ziel gesetzt, die Palliativmedizin auch ambulant dort wirkungsvoll einzusetzen, wo besondere Bedürfnisse der Patienten vorlägen. Sie möchte ein Team zusammenstellen, das eine „Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung (SAPV)“ übernimmt.

Ein solches Team besteht aus speziell ausgebildeten Ärzten und Pflegern. Sie versorgen zuhause Patienten mit schwierig zu behandelnden Symptomen. Ein stationärer Aufenthalt des Patienten solle vermieden werden. Diese solle lieber in seiner häuslichen Umgebung bleiben. Derzeit haben sich neben Kalkan auch die Thomas Schwitalla und Stefan Deckers dazu bereiterklärt. „Schwieriger ist es im Bereich der Pflege“, sagte Kalkan mit Blick auf das Programm. Hierfür müsse ein europaweites Bieterprogramm abgehalten werden.

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