Wermelskirchen Päckchen für arme Familien

Wermelskirchen · 400 Lebensmittelpäckchen wurden bei der Weihnachtsaktion der Tafel gespendet. Aber die Bedürftigkeit wächst, stellen die Helfer fest. Sie rechnen mit mindestens 1500 Armen in der Stadt, bei steigender Tendenz.

Die Schere zwischen arm und noch begütert klafft in Wermelskirchen immer weiter auseinander: Das beobachten die Helfer der Tafel mittlerweile fast täglich: "Alleine in der vergangenen Woche hatten wir zehn Neuzugänge, früher waren es zehn in einem Monat, wenn es hoch kam", berichten Brigitte Krips und Helga Hecht vom Vorstand der Tafel. Insgesamt 250 Gutscheine für Päckchenspenden seien jetzt an Bedürftige für die Weihnachtsverteilung ausgegeben worden: "Wir werden aber bis zu 400 Päckchen brauchen", wusste Brigitte Krips bereits am gestrigen Morgen.

Denn in der Statistik der Tafel seien 480 Haushalte erfasst, weiß Helga Hecht und fügt hinzu: "Viele haben Kinder, manche sogar sechs bis acht. Wir müssen davon ausgehen, dass inzwischen 1500 bis 1600 Menschen in Wermelskirchen zu den Bedürftigen gehören." In der Statistik seien aber natürlich nur diejenigen erfasst, die die Tafel aufsuchen. "Es kommen inzwischen auch mehr ältere, bedürftige Frauen. Ich bin froh, dass sie sich trauen, denn diese Generation hat ganz besondere Hemmungen, ihre Armut einzugestehen", weiß Helga Hecht.

Mehr als 200 am Tag bei der Tafel

"Die Spendenbereitschaft wächst," freute sich Brigitte Krips gestern zwar angesichts der Pakete, die sich im Pfarrzentrum ansammelten. Aber sie weiß auch: "Die Bedürftigkeit nimmt auf der anderen Seite noch mehr zu. Und das Ende der Wirtschaftskrise ist noch nicht erreicht. Inzwischen kommen immer mehr Arbeitslose zu uns." Das bestätigt auch Helga Hecht: "Am letzten Dienstag und Mittwoch hatten wir mehr als 200 Bedürftige in der Tafel, früher waren es im Schnitt 130 bis 150. Auch arbeitslose Männer kommen inzwischen zur Lebensmittelausgabe." Die Helfer der Tafel freuten sich gestern über die große Spendenbereitschaft der Wermelskirchener.

Insgesamt 400 Päckchen wurden ins Pfarrzentrum und in die zweite Annahmestelle in der Sparkasse Dabringhausen gebracht. 350 Päckchen mit Wurst- und Fleischwaren hatte außerdem die Firma Walbrecht/Schirnhofer gespendet. Die Dabringhausener Imker steuerten vier Kartons Honig bei. Auch Geldspenden waren eigens für die Weihnachtsaktion geleistet worden. "So können wir, wenn wir heute nicht genug Päckchen haben sollten, schnell noch Lebensmittel für Bedürftige hinzu kaufen", erklärt Brigitte Krips.

Unendlich dankbar

Kindergärten aus der Wielstraße und vom Bussardweg steuerten hübsch verpackte Lebensmittelpäckchen bei. Viele Spender hatten auch Spielzeug mitgebracht, einige weitere Kleidung und warme Decken. Aus Erfahrung weiß Helga Hecht: "Überwiegend kommen diese Spenden auch bei den Richtigen an. Viele Bedürftige sind unendlich dankbar für diese Gaben."

(RP)
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