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Orchesterworkshop mit polnischer Musikschule in Wermelskirchen

Orchesterworkshop mit polnischer Musikschule : Musik als die verbindende Sprache

Über das lange Pfingstwochenende sind rund 30 Jugendliche aus dem polnischen Tychy im Bergischen. Bei dem Orchesterworkshop sind auch Leichlinger Jugendliche beteiligt. Das Orchester wird von Cornelius Frowein geleitet.

Man merkt dem Wermelskirchener Musikschulleiter David Hecker die Vorfreude sichtlich an. Am langen Pfingstwochenende, 8. bis 11. Juni, findet zum achten Mal ein gemeinsamer Orchesterworkshop der Musikschulen Leichlingen und Wermelskirchen mit der der Musikschule der polnischen Stadt Tychy statt. „Seit 2007 besteht die Kooperation, die Workshops finden im Zweijahresrhythmus statt“, sagt Hecker. Im Jahr 2013 waren die Wermelskirchener Musikschüler zum ersten Mal in Tychy, die Zielgruppe sind Jugendliche im Alter zwischen 12 und 18 Jahren.

Natürlich steht die Musik im Mittelpunkt, aber Hecker betont, dass auch die soziale Komponente sehr wichtig ist. „Das Zusammenkommen und -sein der jungen Menschen aus Deutschland und Polen ist mindestens genauso wichtig, wie das gemeinsame Proben“, sagt der Musikschulleiter. So hätten sich die beiden Leiter, Hecker und seine Stellvertreterin Maria Petryga, auch ein abwechslungsreiches Programm für die rund 60 Jugendlichen einfallen lassen.

Neben den Proben, für die der Kölner Dirigent Cornelius Frowein gewonnen werden konnte, wird es etwa einen Ausflug geben. „Wir fahren zum Naturgut Ophoven in Leverkusen und es wird einen Begegnungsabend in Leichlingen geben“, sagt Hecker. Außerdem sollen die polnischen Jugendlichen einen Vormittag zusammen mit ihren Gastfamilien verbringen können. „Die Begegnung soll also nicht nur auf musikalischer, sondern auch auf persönlicher Ebene stattfinden können“, sagt Hecker. Den Musikschulleiter freue besonders, dass sich zwischen manchen der bereits zum zweiten oder gar dritten Mal teilnehmenden Jugendlichen echte Freundschaften gebildet hätten.

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Geprobt wird hauptsächlich in den Räumlichkeiten des Städtischen Gymnasiums an der Stockhauser Straße. „Wir werden uns dabei auf Englisch verständigen, wobei ja schon die Musik die uns alle verbindende Sprache ist“, sagt Hecker. Er sei besonders gespannt, wie Dirigent Frowein mit der vermutlich etwas ungewöhnlicheren Besetzung des zusammengewürfelten Orchesters umgehen werde. „Wir haben natürlich nur Instrumente, die auch im symphonischen Orchester vorkommen – aber eben bisweilen in eher ungewöhnlicher Verteilung“, sagt Hecker. So seien vielleicht nur eine Bratsche und dafür fünf Flöten dabei. „Aber die allermeisten Instrumente sind vertreten“, sagt der Musikschulleiter.

Dementsprechend handele es sich bei den Werken, die ausgesucht worden seien, auch um Bearbeitungen für die Erfordernisse eines Schulorchesters, in dem auch nicht immer alle Instrumente vorhanden seien. „Wir werden gemeinsam Werke der bekannten Komponisten Peter I. Tschakowski, Henry Purcell oder Edvard Grieg einstudieren, dazu kommt die eine oder andere bekannte Filmmusik. Etwa die aus dem Hollywood-Film ‚Forrest Gump’ mit Tom Hanks“, sagt Hecker und fügt an: „Es ist ein buntes Programm, das für jeden Geschmack etwas bietet.“

Die Zusammenarbeit der Musikschulen beider Länder sei eingebettet in das Forum OstWest, einem Format, das bereits seit Anfang der 1990er Jahre die Begegnung der Nachbarländer Deutschland und Polen mit verschiedenen Veranstaltungen fördert. Hecker lobt indes vor allem die Unterstützung des Orchesterworkshops durch den Rheinisch-Bergischen Kreis. „Wir werden personell als auch finanziell vom Kreis hervorragend unterstützt, ohne die Mithilfe, die von Charlotte Lösch koordiniert wird, wäre das Projekt gar nicht möglich“, betont Hecker.