Wermelskirchen: Ohne Strom läuft nichts - BEW überprüft Masten

Wermelskirchen: Ohne Strom läuft nichts - BEW überprüft Masten

Derzeit werden 1400 Strommasten auf Wermelskirchener Stadtgebiet überprüft. Fachfirma übernimmt diese Aufgabe.

In unserer modernen Gesellschaft würde ohne Strom gar nichts funktionieren. Strom ist unverzichtbar für den geschäftlichen und auch für den privaten Bereich. Die Energieversorger haben die Aufgabe dies sicher zu stellen. Auf dem Stadtgebiet von Wermelskirchen stehen 1400 Strommasten, die alle acht Jahre auf Standsicherheit überprüft werden. Die BEW hat die Firma Heinz Kremer Mastenschutz aus Velbert mit dieser Aufgabe betraut.

Gestern Morgen wurde im Bereich Nieder- und Mittelrautenbach, direkt an der L 101, mit den Arbeiten begonnen. "Jeder Mast wird zirka 40 Zentimeter freigelegt. Die alte Schutzfolie wird entfernt und alter Belag abgeklopft", erklärt Bauleiter Rainer Adolphy.

Monteur Tayya Yidliz führt zur Sicherheit noch eine Probebohrung durch. Die Holzprobe, die er heraus zieht, wird überprüft. "Alles gut. Das Holz ist trocken, die Stückchen sind fest", sagt Yidliz. "Wenn es gut riecht, ist der Mast total gesund". Fichten- und Kiefern-Masten werden verwendet und die Haltbarkeit ist enorm.

"Der älteste Mast, den ich überprüft habe, war von 1905", sagt Monteur Yidliz. Der Strommast direkt an der L 101 wird auf 50 bis 60 Jahre geschätzt und ist noch in Ordnung. Im freigelegten unteren Bereich legt Monteur Sven Lapp dann eine neue Schutzbandage an. Eine Kombination aus Kunststoff mit Zinkbeschichtung entzieht dem Holz die Feuchtigkeit.

  • Wermelskirchen : BEW überprüft 1400 Strommasten auf Standsicherheit

Sind solche Strommasten denn überhaupt noch zeitgemäß? "Gerade im Bergischen Land könnten wir nicht darauf verzichten", sagt Marcel Gaschler von der BEW. "Viele Kabel werden natürlich unter die Erde gelegt, aber im ländlichen Bereich mit verstreuter Bebauung sind die Freileitungen immer noch aktuell". Die Masten werden nicht nur ganz unten, sondern komplett kontrolliert. Monteur Yidliz streift sich die Steigeisen über die Schuhe, setzt den Helm auf, zieht Handschuhe an und schlingt Gurt und Seil um den Mast. Dann klettert er nach oben und prüft durch Hammerschläge den Zustand - gestern hatte er Glück: Das Wetter war trocken, es war fast windstill.

Ganz oben, wo der Mast endet, wird der Zustand mit einer Spiegelstange kontrolliert. An einer isolierten Stange ist abgeknickt ein Rundspiegel befestigt. Damit kann der Monteur von unten sehen, in welchem Zustand der Mast ist. "Alles top, alles prima", ruft er von oben und klettert geschickt wieder nach unten. Der Arbeitsplatz ist sicher.

"Im gesamten Versorgungsgebiet stehen 4382 Masten", sagt BEW-Mitarbeiter Gaschler und Bauleiter Adolphy ergänzt: "Unsere Firma arbeitet in ganz Deutschland, da geht die Arbeit nie aus."

(RP)