Odenthal: Bürgermeister und Landräte unterzeichnen Altenberger Erklärung: Das steht darin.

Zusammenarbeit auf Bergisch : Das steht in der Altenberger Erklärung

Die Bergischen Städte und Kreise sehen sich als „eine der bedeutendsten Regionen in NRW“. Um ihre Interessen künftig öfter gemeinsam zu vertreten, haben sie jetzt die Altenberger Erklärung unterzeichnet. Das sind ihre Ziele.

Die Tinte ist trocken: Am Montag trafen sich die Bürgermeister und Landräte des Bergischen Landes in Odenthal, um dort die Altenberger Erklärung zu unterschreiben. Darin versprechen sie, künftig mehr miteinander statt gegeneinander arbeiten zu wollen. „Wenn wir uns um jedes Outlet kloppen, werden wir scheitern“, brachte es Leverkusens Oberbürgermeister Uwe Richrath vor der Kulisse des Altenberger Doms auf den Punkt.

Neben Leverkusen unterzeichneten auch die Städte Remscheid, Solingen und Wuppertal sowie der Rheinisch-Bergische Kreis, der Oberbergische Kreis und der Kreis Mettmann die Altenberger Erklärung. Dies taten sie gemeinsam als die Kommunale Arbeitsgemeinschaft Bergisch Land, kurz: KAG. Vorsitzender der KAG ist Richrath, der den Sinn der Altenberger Erklärung wie folgt beschrieb: „Damit haben wir verschriftlicht, was uns alle eigentlich schon lange beschäftigt: das gemeinsame Engagement für das Bergische Land.“ Doch was heißt das genau?

Die Altenberger Erklärung umfasst knapp drei DIN-A4-Seiten. Interessant wird es allerdings erst auf der zweiten Seite. Davor widmen die Verfasser viele Buchstaben und Wörter den vielen Vorteilen des Bergischen Landes. Zunächst gibt es einen Absatz zur Geschichte, dafür geht der Text bis ins Jahr 1101 zurück. Im Anschluss geht es um „homogene Wirtschafts- und Industriestrukturen“, „überdurchschnittliche Bruttowertschöpfung und Exportquote“ oder „attraktive touristische Destination“. Der wichtigste Satz auf Seite eins lautet jedoch: „Heute leben circa 1,8 Millionen Einwohner im Bergischen Land.“ Und für diese wollen die Unterzeichner der Altenberger Erklärung etwas bewirken – so kündigen sie es zumindest auf Seite zwei an.

„Das gesetzte Ziel ist es, durch die Gestaltung einer neuen Stadt-Land-Beziehung der Bevölkerung neue und attraktive Wohn-, Arbeits-, Freizeit, und Lebensqualitäten und der Wirtschaft beste Rahmenbedingungen für den Strukturwandel zu bieten“, heißt es in der Erklärung.

Etwas konkreter bedeutet das, dass etwa die Herausforderungen im Bereich Arbeitsmarkt, Wohnraum oder Mobilität mit gemeinsamen Lösungen angegangen werden sollen. Ein Beispiel: In der Region gibt es mit VRS und VRR zwei Verkehrsverbünde – der Wechsel dazwischen ist für Pendler oft kompliziert und teuer. „Das wollen wir vereinfachen“, sagte Stephan Santelmann, Landrat des Rheinisch-Bergischen Kreises. Auch streben die Städte und Kreise gemeinsame Bewerbungen um Fördergelder von Land, Bund und EU an. „In Brüssel würde nur Solingen nicht reichen“, sagte Tim-Oliver Kurzbach, der Solinger Oberbürgermeister. Gemeinsam als Bergisches Land habe man etwa bei der Umsetzung von Infrastrukturprojekten deutlich bessere Chancen auf EU-Fördertöpfe. „Das kann keiner alleine, zusammen sind wir stark“, sagte Uta Schneider, Geschäftsführerin der Bergischen Gesellschaft, stellvertretend.

Die Altenberger Erklärung bedient sich großer Worte und verspricht viel. Ob sie das halten kann, und wie diese Ankündigungen umgesetzt werden sollen, steht aber auf einem anderen, noch ungeschriebenen Blatt Papier.