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NRW-Landtagswahl in Wermelskirchen​: CDU und Grüne in Feierlaune​

Landtagswahl in Wermelskirchen : CDU und Grüne in Feierlaune

Beste Laune am Abend der Landtagswahl bei den Christdemokraten und den Grünen in Wermelskirchen. Katzenjammer herrschte hingegen bei den Sozialdemokraten und Liberalen.

Letztere konnten in Wermelskirchen immerhin ein etwas besseres Ergebnis als auf Landesebene auf ihre Partei erzielen, was auch auf den heimischen FDP-Landtagskandidaten mit „Wermelskirchen-Bonus“, Marco Frommenkord, zurückzuführen sein dürfte.

„Das ist ein super Ergebnis für die CDU. Und in Wermelskirchen konnten wir etwa doppelt so viele Wähler-Stimmen wie die SPD überzeugen“, freute sich der CDU-Stadtverbandsvorsitzende Stefan Leßenich: „Ganz klar: Die Gewinner der Wahl sind CDU und die Grünen, die in meinen Augen eine Koalition zur Landesregierung bilden sollten – wir sollten diesen Machtanspruch haben.“ Letztlich habe die SPD ihr historisch schlechtestes NRW-Ergebnis bekommen, woraus sich kein Auftrag zur Regierungsbildung ableiten ließe. „Unser Kandidat Herbert Reul hat in Wermelskirchen ein traumhaftes Top-Ergebnis bekommen.“

Die positiven Prognosen hätten sich mehr als bestätigt, kommentierte die Sprecherin des Grünen-Ortsverbandes, Conchita Encina Finken, den Wahlausgang: „Das Ergebnis für die Grünen in Wermelskirchen ist eine Bestätigung für unsere Arbeit vor Ort.“ Die Grünen wären in NRW mit 16 Prozent froh gewesen. „Dass es noch mehr geworden sind, sei ein deutliches Zeichen dafür, dass die Menschen umdenken.“ In einer einst von den Grünen als unmöglich angesehenen Koalition mit der CDU sieht die Grünen-Sprecherin kein Tabu mehr: „Schwarz-grüne Koalitionen funktionieren anderswo auch – nicht zuletzt im Rheinisch-Bergischen Kreis.“

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Unzufrieden und enttäuscht zeigte sich der Vorsitzende des SPD-Ortsverbandes, Michael Faubel: „Wir haben auf einen knapperen Wahlausgang zwischen CDU und SPD gehofft.“ Eine Regierungsanspruch sieht Faubel in dem Wahlergebnis nicht: „Wir sind eine gute Opposition.“ Vermutlich habe sich die Bundespolitik auf die Landtagswahl ausgewirkt, schätzte der Sozialdemokrat ein: „Die Leute werden erst später erkennen, was die Besonnenheit von Bundeskanzler Olaf Scholz uns alles gerettet hat.“ Weder das Ergebnis auf Landesebene noch das in Wermelskirchen sei das, was die SPD gewollt hätte.

FDP-Landtagskandkidat und Vorsitzender der Stadtratsfraktion, Marco Frommenkord, betonte seine Hoffnung, dass die FDP zumindest die Fünf-Prozent-Hürde und damit den Einzug in den Landtag schafft: „Wir haben jedoch mit zwischen sieben bis zehn Prozent gerechnet.“ Es gebe jetzt viel zu analysieren, aber Gespräche über eine Beteiligung an einer Regierungskoalition seien bei diesem Ergebnis fehl am Platz: „Im Schulministerium ist einiges schief gelaufen, was sich niedergeschlagen hat. Andererseits hat der FDP-Wirtschaftsminister einen Top-Job gemacht.“ Letztlich sei die Kommunikation der FDP zu blass gewesen.

Die AfD sei wieder einmal bei einer Wahl so beliebt wie und vielleicht sogar ein wenig beliebter als die FDP, meinte Karl Springer von der AfD Wermelskirchen: „Das Ergebnis zeigt, dass wir eine stabile Stammwählerschaft unabhängig von zeitgeistabhängigen Wahlergebnissen anderer Parteien haben.“ Realistisch betrachtet könne die AfD in diesen „turbulenten Zeiten“ mit dem Ergebnis grundsätzlich zufrieden sein.