1. NRW
  2. Städte
  3. Wermelskirchen

NRW-Innenminister Herbert Reul besucht Wermelskirchen

NRW-Innenminister besucht Wermelskirchen : „Wir müssen uns alle an die Regeln halten“

NRW-Innenminister Herbert Reul spricht beim Empfang der CDU Wermelskirchen über innere Sicherheit und welche Lehren aus der Corona-Zeit gezogen werden können.

Herbert Reul hat in diesen Tagen viel zu tun. „Drei neue Probleme an einem Tag“, erzählt der NRW-Innenminister, „und zwar so richtig dicke Dinger“. Trotzdem fährt er am Freitag mit einem Tross schwarzer Limousinen vor dem Rathaus vor. Wie immer hat er für seinen Besuch in Wermelskirchen Gedanken zur inneren Sicherheit mitgebracht. Die Gäste, die mit zwei Metern Abstand zueinander sitzen, sind größtenteils Fans. Das zeigt sich schnell. Er sei der beste Innenminister, den NRW je gehabt habe, lobt CDU-Chef Stefan Leßenich, bevor er Reul das Mikrofon überlässt. Der mahnt zur Demut: „Abgerechnet wird erst am Schluss“, sagt er und zieht dann doch eine kleine Zwischenbilanz nach drei Jahren als Innenminister – und sechs Monaten Corona-Pandemie.

„Es gibt etwas, das ich aus der Corona-Zeit gerne mit rüber retten würde“, sagt er. Eines dieser Dinge: Die Menschen hielten sich an die Regeln – zumindest die meisten. Damit ist er mitten im Thema: „Im Grunde habe ich etwas ganz Banales angeregt, das sich durch nüchternen Menschenverstand ergibt: Wir müssen uns an die Regeln halten. Alle. Dann klappt das mit dem Rechtsstaat.“ Diese Philosophie stecke hinter allen Maßnahmen seiner Amtszeit – vom Polizeigesetz über das Vorgehen gegen Clans bis hin zum Kampf gegen Kindesmissbrauch.

„Ich habe neulich gehört, dass ich den Clans ganz schön auf den Keks gehe“, erzählt Reul, „dann kann ja nicht alles falsch sein, was ich mache“. Menschen aus dem Libanon und der Türkei, die in den 1980er Jahren nach Deutschland gekommen und hier allein gelassen worden seien, hätten eigene kriminelle Strukturen erschaffen. „Aber sie können ihre eigenen Gesetze nicht über die des Staates stellen“, sagt Reul. Deswegen würden sie nun konsequent daran erinnert, sich an die Regeln zu halten. Genauso entschieden stelle er sich gegen Rechtsextremismus und „Mischszenen“, in denen Verschwörungstheoretiker auf politische Ideologen träfen und gegen Gewalt von Linken. „Regeln gelten für uns alle“, betont er.

Damit die Einhaltung dieser Regeln auch konsequent verfolgt und Verstöße geahndet werden können, brauche die Polizei Personal und Material. Dann hält Reul eine leidenschaftliche Fürsprache für die Polizei: Natürlich müsse man sich auch dort an die Regeln halten, sagt er und wünscht sich gleichzeitig mehr Rückendeckung der Gesellschaft für die Beamten. „Die machen einen Knochenjob“, sagt Reul und erinnert an die Beamten, die im Kampf gegen Kindesmissbrauch im Einsatz seien. Das Publikum applaudiert.

Bevor Reul wieder geht, lässt er für die CDU in Wermelskirchen noch Tipps für den Wahlkampf zurück: Nichts versprechen, was man nicht halten kann. Fehler auch eingestehen. Und: Zuhören. „Die Menschen wissen, dass wir keine Supermänner sind“, sagt Reul.

Apropos Wahlkampf: Bevor die Veranstaltung endet, stellt Bürgermeister-Kandidatin Marion Lück ihren Sechs-Punkte-Plan zur lokalen Sicherheitspolitik vor – die Ideen reichen von stärkerer Präventionsarbeit über die Aufstockung im Ordnungsdienst und einer Stärkung der Ordnungspartnerschaften bis hin zu Schulungen für Ordnungsdienst-Mitarbeiter und einem Konzept für mehr Sauberkeit in der Stadt.