"No-Shows" sind auch in Wermelskirchen verbreitet.

Wermelskichen: Ärger über „falsche“ Tischreservierungen

Die Unsitte, einen Tisch zu reservieren, dann aber einfach nicht zu erscheinen, ist auch in Wermelskirchen verbreitet.

Es ist eine Unsitte, die leider auch im Rheinisch-Bergischen Kreis ihre Kreise zieht: Man reserviert sich einen Platz im Restaurant seiner Wahl, weil man weiß, dass es schnell ausgebucht ist. Dann überlegt man es sich kurzfristig anders – sagt aber dem Gastronomen nicht ab. Das Phänomen „Resevierungsmissbrauch“ – auch als No-Show bekannt – ist weder ein rheinisch-bergisches noch deutsches Problem. Weltweit sind Gastronomen davon betroffen und suchen nach Auswegen. Denn wenn die Tische nicht vergeben werden, weil sie jemand reserviert hat, dann aber nicht kommt, bleiben sie leer. Verdienstausfall ist damit programmiert. Es ist also nicht nur eine Frage der Höflichkeit, sondern hat auch eine wirtschaftliche Komponente, die nicht zu unterschätzen ist.

Matjaz Ackun, Inhaber der Rausmühle in Dabringhausen, kennt das Problem. „Wir hatten ganz aktuell den Fall, dass wir eine Reservierung für 25 Personen hatten. Am Abend ist dann niemand erschienen“, erzählt Ackun. Er habe schließlich den Kunden angerufen. „Und das hat mich dann wirklich auf die Palme gebracht: Die Gesellschaft sei in ein anderes Restaurant ausgewichen, sagte er. Dort habe ich ihn dann auch erreicht.“ Für den Inhaber des Ausflugsrestaurants müsse das Konsequenzen haben. „Wir haben uns zusammengesetzt und werden künftig kleine Verträge abschließen. Bei Reservierungen ab zehn Personen gibt es Nutzungsbedingungen“, sagt Ackun. Wer diese nicht rechtzeitig absagt, muss eine Gebühr pro reservierten Platz bezahlen.

Wiebke Büngen vom Restaurant Neuemühle kennt das auch. „Wir hatten einmal eine Gesellschaft von 30 Personen, die einfach nicht erschienen ist“, erzählt die Gastronomin. Sie habe dann einige Tage hinterhertelefoniert, bis sie dann jemanden aus der Gesellschaft erreicht habe. „Da hieß es dann: Wir haben abgesagt. Aber das war nicht der Fall“, sagt Büngen. Sie habe das Gefühl, dass bei solchem Verhalten durchaus die Berufsehre angekratzt wird. „Doch, das tut weh. Man hat auch das Gefühl, dass die eigene Arbeit nicht ernst genommen wird“, sagt sie. Bis jetzt sei das Vertrauensverhältnis noch recht groß, aber dennoch würde sie Reservierungen ab 15 Personen nur noch schriftlich entgegennehmen. „Dann hat man schlimmstenfalls etwas in der Hand.“

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Christian Warnke, Küchenmeister und Geschäftsführer des Hotel-Restaurants Zum Schwanen, hat ebenfalls schon die Erfahrung machen müssen, dass Gäste nach erfolgter Reservierung nicht erschienen sind. „Es hält sich aber im Rahmen, auch wenn es das Problem tatsächlich gibt“, sagt Warnke. Er ergänzt: „Es gibt immer wieder Fälle, dass die Gäste für reservierte Tische nicht auftauchen.“ Diese, wie er es nennt, Fehlerquelle versuche er durch eine simple, aber recht effektive Maßnahme auszumerzen. „Wir nehmen, gerade bei größeren Reservierungen, immer die Telefonnummer des Gastes auf. Dann rufen wir zurück und bestätigen die Reservierung, fragen, ob die Zahl der Gäste korrekt ist“, sagt Warnke.

Dadurch könne man umgehen, dass der Kunde eventuell vergessen hat, abzusagen. Oder dass er selber eine Absage nicht eingetragen hat. „Wir bauen ja hier in der Kleinstadt auch eher auf Stammkunden. Wenn dann mal tatsächlich so ein Fall vorkommt, kann man das in der Regel im Gespräch beim nächsten Besuch klären“, sagt Warnke. Auch sei man in Wermelskirchen nicht in der Lage, wie in Großstädten mit Anzahlungen zu arbeiten. „Es ist ein Problem, das schwer zu handeln ist“, sagt Warnke.

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