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Nightwash: Derber Humor bei ausgelassener Stimmung

In der Katt in Wermelskirchen : „Nightwash“ bietet derben Humor bei einer ausgelassenen Stimmung

Das Publikum im kleinen Saal der Katt war definitiv auf Humor und ausgelassene Stimmung eingestellt. Und das vom ersten Moment von Nightwash Live an, als Don Clarke als bestens gelaunter Moderator die Bühne betrat.

Der voluminöse Engländer, der ganz in Schwarz gekleidet war, packte sein Publikum direkt beim Humormuskel und walkte ihn gleich einmal ordentlich durch. Meist zotig, immer aber enorm lautstark und so brachial wie er auch aussah.

„Frikadelle schmeckt gut. Ich habe einmal Raufaser mit Senf probiert, es schmeckt auch. Denn es liegt am Senf.“ Mit dabei hatte er drei Stand-Up-Comedians - Paul Salomone, Nikita Miller und Benni Stark. Den Anfang machte Stark. Der kam mit Käppi aus Lübeck und referierte launig über Activity-Spielereien unter Alkoholeinfluss und mit der Familie. Da kamen allerlei abstruse Moment zustande. Wenn etwa die Oma auf den Erklärungsversuch „... hatte in Berlin früher jedes Haus ...“ spontan „Hakenkreuz!“ rief, wo doch eigentlich der Begriff „Säulen“ gesucht wurde. Oder der Begriff „Speichellecker“ auf eklige Art und Weise pantomimisch erklärt wurde. Auch hier ging es also unter die Gürtellinie, das fand beim recht jungen Publikum aber seine Freunde. 

Paul Salamone war der zweite anglophile Comedian des Abends, kam er doch ursprünglich aus New York. „Ich finde es peinlich, heute zu sagen, dass ich aus Amerika komme. Deswegen sage ich den Leuten immer, dass ich aus Kanada komme. Aus Torontreal.“ Natürlich lebte der Auftritt vom Akzent des Amerikaners. Allerdings traf er mit seinen Pointen eher selten ins Schwarze. Denn ein Spruch wie: „Ich will mich integrieren und habe an einer typisch deutschen Veranstaltung teilgenommen. Und nein, es war nicht der Einmarsch in Nürnberg“, wäre mit Polen, Österreich oder Frankreich statt der fränkischen Metropole ein gutes Stück respektloser und daher besser gewesen.

Der vierte in der Comedian-Runde hieß Nikita Miller und war schwäbischer Russe aus Stuttgart. Und er erzählte seine Geschichten auf völlig ruhige Art und Weise, was einen angenehmen Kontrapunkt zu seinen hektischen Kollegen darstellte. Als er etwa von seinem Vater vom Lokus gerufen wurde, um eine CD zu suchen. Aus dieser Ausgangslage entspann sich dann ein Dilemma, das mit einem Gespräch mit einem hübschen Mädchen weiterging. „Wenn meine Jungs mitbekommen, dass ich mit einem hübschen Mädchen spreche, dann halten sie mich für schwul.“ Später wurde es noch hervorragend doppelbödig, denn die Ebenen zwischen einem Drogendeal und dem Gameboy-Spiel „Zelda“ wechselten ständig und provozierten lautstarkes Gelächter im Publikum.