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Wermelskirchen: Niedrige Gewerbesteuer hat sich bezahlt gemacht

Wermelskirchen : Niedrige Gewerbesteuer hat sich bezahlt gemacht

Die Stadt Wermelskirchen hat ihren Gewerbesteuerhebesatz zweimal gesenkt, um den Standort wirtschaftlich zu stärken und für die Ansiedlung von Unternehmen attraktiver zu machen. Die SPD vertritt nun aber den Standpunkt, dass es sich Wermelskirchen angesichts seiner prekären Haushaltslage nicht leisten könne, Geld zu verschenken. Sie hofft daher auf eine Ratsmehrheit für eine Anhebung des Gewerbesteuerhebesatzes um zehn auf 417 Punkte. In der nächsten Ratssitzung soll dieser Antrag beraten werden.

Bürgermeister Eric Weik ist entschieden gegen eine Anhebung des Gewerbesteuersatzes und verdeutlicht dies anhand von Erfolgsbilanzen. Das Netto-pro-Kopf-Aufkommen bei der Gewerbesteuer lag laut der Statistik des Landesbetriebs Information und Technik NRW in den Jahren 2000 bis 2010 in Wermelskirchen weitaus höher als in den sonstigen Städten des Rheinisch-Bergischen Kreises: "Die Zahlen beweisen, dass Wermelskirchen ein guter Wirtschaftsstandort ist. Wir haben viele große Arbeitgeber vor Ort", freut sich Weik. Zwar sei Obi der Hauptgewerbesteuerzahler, dessen genauen Anteil am Gewerbesteuerpaket aber nicht verraten werden dürfe. Auch seien die Zahlen bekanntlich 2011 in den Keller gerutscht. "Wir hatten 2011 zwar den erheblichen Einbruch auf nur noch 240 Euro pro Kopf, aber der Blick auf die Statistik zeigt, dass die Hebesteuersenkungen in Wermelskirchen kein Fehler waren", ist sich Weik sicher. Die Gewerbesteuerhebesätze sind in Wermelskirchen in den Jahren 2007 auf 410 Punkte und in 2008 auf 407 Punkte gesenkt worden. Auch Stadtkämmerer Bernd Hibst plädiert für eine Beibehaltung der niedrigen Gewerbesteuerhebesätze. Wermelskirchen habe dadurch einen Ruf als Unternehmer freundliche Stadt gewonnen.

Nach Senkung höhere Einahmen

Nach den Landesdaten hatte Wermelskirchen im Jahr 2007 ein Gewerbesteuernettoeinkommen in Höhe von 455,38 Euro, und 2008 schnellte es noch höher auf 593,98 Euro. In 2009 waren es 443,29 Euro und in 2010 pro Kopf 498,46 Euro. Einen vergleichbaren Einbruch, den Wermelskirchen im vergangenen Jahr erlebt hat, musste laut Stadtkämmerer Bernd Hibst auch die Kreisstadt Bergisch Gladbach verkraften. Das schlechteste Jahr für Wermelskirchen war vor 2011 das Jahr 2003 mit 286,46 Euro. Die anderen Städte im Kreis hatten aber in den Jahren 2000 bis 2010 nur Werte zwischen 37,86 (Odenthal) und bis auf 300 in Bergisch Gladbach. Besondere Schwankungen gab es in Burscheid zwischen fast 650 und nur 92 Euro.

(RP)