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Neues Hallenbad in Wermelskirchen: Ab 2023 wird im Edelstahlbecken geschwommen

Neues Hallenbad in Wermelskirchen : Schwimmen im Edelstahlbecken

Der Sportausschuss hat einstimmig den Ersatzbau des Hallenbades empfohlen. Wenn dem auch der Rat zustimmt, wird der Förderantrag gestellt. Der Beigeordnete lehnt Wunsch aus der Politik ab: Es wird kein Außenbecken geben.

Das war ein wichtiges Signal, das sich auch der Technische Beigeordnete mit seinen letzten Worten zum Tagesordnungspunkt gewünscht hatte: Der Sportausschuss empfahl dem Stadtrat einstimmig, die Verwaltung zu beauftragen, den Ersatzneubau des Hallenbades nach den Vorplanungen des Büros Blass umzusetzen. „Wir müssen dem Fördergeber deutlich machen, dass alle Gremien dahinterstehen. Er schaut auf die Akzeptanz.“ Deshalb bat er auch für die nächsten Gremien, in denen das Projekt diskutiert wird, für ein „starkes Abstimmungsbild“.

Heinrich Blass vom gleichnamigen Architekturbüro aus Euskirchen stellte den Politikern den Vorentwurf vor. Zuvor war die Verwaltungsspitze mit den Technikern aus dem Rathaus und dem Architekten im Eifgen gewesen, um das neue Bad „grob einzumessen“. Davon zeugen Pflöcke, die eingeschlagen wurden und die Dimension des Bades zeigen. Letztlich, so erklärte Thomas Marner (Technischer Beigeordneter), müsse das Bad gegenüber der ursprünglich geplanten Lage um ein bis zwei Meter in Richtung Eifgenstadion verschoben werden. Denn die Markierung an der Treppe vom Parkplatz zum Tennenplatz machen es deutlich: Würde man so bauen, würde die Dachkante des Neubaus direkt auf die Wand der Chlorgasanlage stoßen. „Diese können wir aber nicht abreißen. Denn ohne Chlorgasanlage wäre kein Badbetrieb möglich.“ Und so bedeutet das auch, dass das alte Hallenbad erst dann abgerissen wird, wenn das neue eröffnet ist.

Wichtig auch eine weitere Aussage von Marner: „Die Leichtathletikanlage auf dem Tennenplatz bleibt einschließlich Sperrwurf-Möglichkeit erhalten und kann nach der Bauzeit weiter genutzt werden.“

 Der Blick von oben zeigt einmal die Gesamtlage und die Einbindung ins Hüpptal.
Der Blick von oben zeigt einmal die Gesamtlage und die Einbindung ins Hüpptal. Foto: Peter Meuter

Wermelskirchen bekommt ein einfaches, funktionales Bad. Diesen Auftrag der Stadt hat der Planer sehr ernst genommen. Und die Vorgaben für den Fördergeber. Denn viele Kommunen wollen Geld – und da musste sich Wermelskirchen abheben von anderen Anträgen. Deshalb galt es, den Ersatzneubau zu qualifizieren – ganz nach der Fragestellung: Warum soll unbedingt Wermelskirchen Geld bekommen ? Klimaschutz stand deshalb bei der Planung ganz oben, gefolgt vom Einsatz recycelter Materialien sowie der qualifizierten Einfügung ins Umfeld des Hüpptals.

So werden Schwimmer künftig keine Fliesen mehr vorfinden: Das Sport- und Kurs-/Lehrschwimmbecken sind aus Edelstahl. Das ist letztlich recycelbar und hat einen geringen Reinigungsaufwand. Kälte-Wärme-Brücken gibt es ebenfalls nicht mehr: Das Sportbecken ist abgrenzt vom Kursbecken mit einer Glaswand, so dass es für Schwimmer ruhiger wird. Das Wasser im Kursbecken wird auf bis zu 32 Grad erhitzt, die Luft hat dann 34 Grad. Aber dann auch nur in diesem Becken, an das sich auch das Kinderbecken anschließt.

 So soll der künftige Haupteingang aussehen.
So soll der künftige Haupteingang aussehen. Foto: blass architekten

Der Betrieb/Zugang des Bades erfolgt über den heutigen Parkplatz fast ebenerdig. Man gelangt ins Foyer mit Cafeteria, die wieder von der Lebenshilfe bewirtschaftet werden soll. Ebenso ist eine Außengastronomie vorgesehen, so dass das neue Bad zum Treffpunkt im Hüpptal werden soll. Zurzeit ist eine personalbesetzte Kasse vorgesehen. Mit einem Aufzug kommen Behinderte in den Umkleidetrakt.

Ob stählerne Außenfassade, ob Holz innen und außen, ob Feinsteinzeugkeramik – alles sind zertifizierte Bauwerkstoffe, die eingesetzt werden. Die sind teurer und dürften mit rund zehn Prozent bei den Baukosten zu Buche schlagen. Aber sie sind ein Alleinstellungsmerkmal, dass dieses neue Bad von anderen abheben wird. Ebenso aus Recyclingmaterial ist die Alu-Glasfassade. Wichtig dabei ist laut Architekt Heinrich Blass, dass die Unterhaltsreinigung „akkurat erfolgen“ müsse. Nur so habe Wermelskirchen am eingesetzten Material lange Freude.

Ziel der Verwaltung ist, über einen Brunnen rund 8000 Kubikmeter Wasser für die Becken zu fördern. Ebenso wird das Abwasser nicht einfach in die Kanäle geleitet, sondern diesem Wasser wird Wärme entzogen, die in den Kreislauf zurückfließt. Die Stadt spricht von 100.000 kW/h pro Jahr Einsparung.

Kein Thema mehr ist ein Außenbecken – auch wenn Platz auf der Liegewiese wäre. Thomas Marner: „Allein für die Technik müsste ein siebenstelliger Betrag aufgebracht werden.“ Eine Einzäunung, wie aus dem Kreis der Politik vorgeschlagen, ist nicht vorgesehen. Der Grund: Der Fördergeber will eine Integration des Gebäudes ins Umfeld. Ein Zaun stände dem entgegen. Marner: „Die künftige Holz-Stab-Fassade wird sicher auch nicht geeignet sein für Graffiti“.