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Wermelskirchen: Neuer Boom beim Ökostrom

Wermelskirchen : Neuer Boom beim Ökostrom

Seit Jahresbeginn bietet der örtliche Energieversorger BEW in Kooperation mit Greenpeace Energy Ökostrom an. Seit der Katastrophe in Japan steigt das Interesse an diesem Stromtarif deutlich – obwohl er teurer ist.

Schon kurze Zeit nach Beginn der auf die Naturkatastrophe folgenden Atom-Katastrophe in Japan standen bei Greenpeace Energy in Hamburg die Telefone nicht mehr still. "Wir machen seitdem Überstunden", sagt Martin Schaefer, Pressesprecher des Ökostromanbieters und Kooperationspartners der BEW. Der Grund: Die täglichen Anfragen zum Ökostrom haben sich verzehnfacht. "Seit dem 11. März haben wir 4000 Kunden hinzugewinnen können. Bundesweit sind es jetzt zirka 100 000", berichtete der Greenpeace-Mitarbeiter auf Anfrage der BM.

Garantiert kein Atomstrom

Martin Schaefer ist das Bergische Land nicht fremd. Gemeinsam mit Robert Werner, Geschäftsführer von Greenpeace Energy, war er am 14. Dezember in der Nachbarstadt Wipperfürth. Damals unterzeichneten die Bergische Energie- und Wasser GmbH (BEW) und Greenpeace Energy einen Stromliefervertrag. Es entstand das beim heimischen Energieversorger neue Produkt "BEW Green". Wer als Kunde im Versorgungsgebiet Hückeswagen, Wermelskirchen und Wipperfürth diesen Tarif ordert, bekommt garantiert keinen Strom von Atom- oder Kohlekraftwerken ins Haus geliefert.

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Damals, bei der Vertragsunterzeichnung in den BEW-Räumen, konnte niemand ahnen, welche Ereignisse ab März die Welt in Atem halten würden. Seitdem wird Ökostrom massiv nachgefragt. Das dürfte auch in Wermelskirchen und den Nachbarstädten so sein. Vom Grundsatz her bestätigt die BEW-Geschäftsführung das auch. Konkrete Zahlen zu den neuen Vertragsabschlüssen wollte Wilhelm Heikamp gegenüber der BM jedoch nicht nennen –mit Blick auch auf Mitbewerber auf den umkämpften Energiemärkten.

Greenpeace Energy gibt sich da offener. Die Energiegenossenschaft kann die Verkaufszahlen zwar nicht nach Orten, wohl aber nach Postleitzahlen-Räumen aufschlüsseln. Demnach gibt es zurzeit im Postleitzahlengebiet 42 – wozu Hückeswagen und Wermelskirchen gehören – 800 Ökostrom-Kunden. Das Gebiet 51 – hierzu gehört Wipperfürth – hat zurzeit 1489 Kunden. Allerdings: "Das sind alles Kunden, die, zum Beispiel über das Internet, direkt in der Zentrale bei Greenpeace Energy geordert haben. Die BEW-Kunden sind hier noch nicht drin", stellte Schaefer klar.

Inzwischen ergeben sich zwischen Greenpeace Energy und der BEW neue Berührungspunkte. "Wir sind mittlerweile nicht nur ein Stromlieferant, sondern darüber hinaus Energieanbieter", sagt Schaefer. Ab dem 1. Oktober liefert Greenpeace mit proWindgas ein Produkt für den Wärmemarkt, mit dem der Aufbau einer Infrastruktur für so genanntes Windgas gefördert wird. Die überschüssige Energie aus Windkraft-Anlagen geht damit nicht mehr verloren, sondern sie erzeugt über einen Elektrolyseur Wasserstoff. Der kann dem Erdgas beigemischt und also im Gasnetz gespeichert werden.

Ob die BEW-Kunden dieses Produkt in der Zukunft auch beziehen können, steht jedoch in den Sternen. Diesbezügliche Gespräche zwischen beiden Unternehmen müssten erst noch geführt werden, sagte Schaefer.

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(RP)