1. NRW
  2. Städte
  3. Wermelskirchen

Wermelskirchen: Neue Partei will Politikverdrossenheit bekämpfen

Wermelskirchen : Neue Partei will Politikverdrossenheit bekämpfen

Andreas Müßener hat die Partei "Zukunft Wermelskirchen" gegründet - und sitzt für sie künftig auch im Rat der Stadt.

Andreas Müßener und seine sechs Kollegen in der neuen Partei "Zukunft Wermelskirchen" treten mit dem Ziel an, den Bürgern die Politikverdrossenheit auszutreiben. "Nur 51 Prozent aller Wahlberechtigten haben bei der letzten Kommunalwahl ihre Stimme abgegeben", sagt Müßener, "was ist mit den 49 anderen?" Sie will die neue Partei, die 2020 zur Kommunalwahl antreten will, zurück an den Verhandlungstisch holen. "Diese Menschen haben Ideen, und die wollen wir hören", sagt der Wermelskirchener. Den Frust in der Politik kennt er selbst gut: Als AfD-Mitglied wurde er 2016 in den Stadtrat gewählt, trat dann aus, um Bernd Lucke zu "Alfa" zu folgen und sah auch dort keine politische Zukunft mehr. "Als Parteiloser konnte ich im Stadtrat nichts bewirken", sagt Müßener. Weil er den Eindruck hat, dass viele Wermelskirchener das Gefühl der Machtlosigkeit kennen, will er ihnen eine neue Plattform bieten. Mit sechs Gleichgesinnten gründete er die lokale Partei "Zukunft Wermelskirchen", die am Sonntag zu ihrer ersten öffentlichen Politikrunde eingeladen hatte. Ein Besucher kam. Und Kai Hämmeling, Marco Lerch und André Finger als Vertreter der Vereine "Rollrausch" und "Flipoff" kamen, um den Parteimitgliedern ihre Fragen zum geplanten Jugendfreizeitpark zu beantworten. "Wir fangen bei Null an", erklärte Müßener, "und das bedeutet, dass wir uns in die lokalen Themen sorgfältig einarbeiten müssen." Und dazu gehöre eben auch, sich von allen Seiten über den geplanten Jugendfreizeitpark zu informieren. In den nächsten Monaten will die neue Partei weitere lokale Themen in den Blick nehmen. Die sollen in einer "Bürgerlichen Politikrunde" diskutiert werden - ohne Parteibrille. "Jeder ist bei uns willkommen", sagt Müßener und schließt linke und rechte Extreme aus. "Wir positionieren uns im konservativ-liberalen Bereich", sagt er, "irgendwo in der Nähe von CDU und FDP." Und er wünscht sich eine Verjüngung der Politik. "Im Stadtrat liegt der Altersdurchschnitt bei 58 Jahren", sagt er, "das ist zu hoch."

Eine Parteimitgliedschaft fordert "Zukunft Wermelskirchen" von den Bürgern, die den Weg zu ihnen finden, nicht. Besuche der Politikrunde, eine Mitorganisation, die Mitarbeit in Arbeitsgruppen und programmatische Mitgestaltung seien wünschenswert. Und wer wolle, könne dann natürlich auch Mitglied und später Amtsträger in der Partei werden.

(resa)