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Wermelskirchen: Neue Jugendherberge auf Sportplatzbrache

Wermelskirchen : Neue Jugendherberge auf Sportplatzbrache

Wermelskirchen soll sich beim Deutschen Jugendherbergswerk (DJH) für den Standort Oberburg einsetzen. Dies unterstützt auch der ADFC: Längst nutzen immer mehr Radler den vom DJH beworbenen Panorama-Radweg.

Wird die Jugendherberge in Oberburg bald zum Mittelpunkt für Radwanderer im Bergischen? Das Interesse ist groß. Nicht nur Schüler machen dort Station auf Klassenfahrten, auch Radfahrer nutzen immer häufiger die Übernachtungsmöglichkeiten nahe der Balkantrasse. Denn die ist nicht nur Teil des Panorama-Radweges, sondern auch des "Bergischen Trios". Und Wermelskirchen ist der Knotenpunkt dieser Wege. Da nun das Jugendherbergswerk eine der beiden bestehenden Häuser in Solingen - es gibt Jugendherbergen in Gräfrath und Burg - schließen will, soll sich die Stadt Wermelskirchen dafür einsetzen, beim Jugendherbergswerk für den Standort Oberburg zu werben.

Der Landesverband will eine der beiden 60 und 80 Jahre alten Jugendherbergen ersetzen - und bis zu acht Millionen Euro investieren. In Gräfrath sind derzeit Flüchtlinge untergebracht. Wo investiert werden soll, sagt Bernhard Meyer, stellvertretender Landesgeschäftsführer, nicht. "Wir werden im nächsten Jahr eine Standortentscheidung treffen." In der Diskussion ist dabei offensichtlich auch der stillgelegte Sportplatz in Oberburg. Der Standort scheint gute Chancen zu haben, denn bei einer Ortsbesichtigung in Solingen ist das ehemalige Birkenbad jetzt rausgefallen.

Ein Neubau in Oberburg - entweder auf dem ehemaligen Sportplatz oder im Bereich Hummelsburg - scheint dabei immer mehr eine Perspektive zu sein. Denn es werden in den nächsten Jahren Millionenbeträge zur Attraktivierung des Schlosses nach Burg fließen. Allein diese Strukturförderung könnte auch einer neuen Jugendherberge mit 160 bis 180 modernen Zimmern neue Kunden, eben die Radfahrer, bringen.

Auch der ADFC ist daran interessiert, dass eine Entscheidung für Oberburg fällt. Die Organisation "Radfahren im Rheinland" wirbt längst bundesweit mit dem Panorama-Radweg, ebenso das Jugendherbergswerk mit seiner Karte Radwandern. ADFC-Sprecher Frank Schopphoff, auf die Möglichkeiten des Radwanderns im Bergischen angesprochen, meinte: "Viele Gruppen nutzen längst Jugendherbergen. Und wer sich die Karte des Jugendherbergswerks anschaut, findet gerade rund um Wermelskirchen optimale Touren. So mit Ausgangspunkt Köln-Deutz entlang am Rhein, die Balkantrasse bis Wermelskirchen, übernachten im Oberburg mit Besichtigung von Schloss Burg, dann weiter bis Wipperfürth oder Solingen. Oder über eine der Themen-Runden." Radwandern sei ein wachsender Tourismusbereich, der gefördert werden müsse, sagt Schopphoff.

Das scheint auch die CDU-Fraktion zu erkannt zu haben. Sie sucht jetzt die politische Unterstützung dafür, dass die Stadt auf das Jugendherbergswerk zugehen soll mit dem Ziel, unbedingt den Neubau auf der Stadtgrenze zu Solingen, also im Bereich Oberburg zu errichten.

(RP)