Wermelskirchen: Neubau wird bald bezogen

Wermelskirchen: Neubau wird bald bezogen

Die 39 Zimmer im Ersatzbau des Evangelischen Altenzentrums Vogelsang sind fertig. Nächste Woche beginnen die Besichtigungstermine für Interessierte. Ein modernes Gebäude mit viel Licht ist entstanden. Eröffnung ist am 27. April.

"Unsere Bewohner sind neugierig. Am liebsten würden sie schon über die Flure laufen und die neuen Zimmer und Gemeinschaftsräume erkunden", lacht Heidi Popko. Aber sie muss die Männer und Frauen aufhalten, denn der Ersatz für das "kleine Haus" des Evangelischen Altenzentrums Vogelsang ist überhaupt noch nicht hergerichtet für Besucher: Baumaterial liegt rum, es ist noch dreckig, und überall werkeln die Handwerker. Trotzdem ist die Zielgerade erreicht: Am 27. April soll das neue Gebäude offiziell eröffnet werden; in der nächsten Woche kommen Bewerber für die neuen 39 Zimmer. "Wir freuen uns jetzt auch auf den Bezug des Neubaus", sagt die Einrichtungsleiterin.

Dabei lief's anfangs überhaupt nicht. Abriss Ende 2015, weil dafür noch Geld vorhanden war, dann die Beantragung der Baugenehmigung. Die lag nach vier Monaten im April 2016 vor. Dann die Ausschreibung. Normalerweise geht so etwas zügig. Doch die Unternehmen hatten volle Auftragsbücher. Nur zögerlich kamen die Rückläufer. Der Bauboom sorgte dafür, dass die Aufträge nicht schnell vergeben werden konnten. Erst im August begannen die Ausschachtungsarbeiten. Ende 2017 sollte das Gebäude fertiggestellt sein. Jetzt wird's April. Der Grund: Eine Firma meldete Insolvenz an. Zwei Monate verzögerte sich die Fertigstellung. Auch wenn jetzt das Gerüst abgebaut ist - es wird noch einmal aufgestellt, um den Außenanstrich aufzubringen. Und durch die Verzögerung ist auch die Außenanlage noch nicht fertig.

Doch Heidi Popko hat das Ziel vor Augen. Das ist wichtig, denn dann können diese 39 Einzelzimmer im Pflegebereich auf drei Etagen bezogen werden. Die hellen Wohnungen sind alle eingerichtet, aber jeder künftige Bewohner kann auch seine eigenen Möbel mitbringen. "Darauf lege ich viel Wert", sagt die Einrichtungsleiterin. Wichtig: Jedes Einzelzimmer hat ein etwa neun Quadratmeter großes Badezimmer - das bedeutet viel Bewegungsfreiheit für die Bewohner und die Pflegekräfte.

Heidi Popko in einem Gemeinschaftsraum des Neubaus. Foto: Teifel Udo

Derzeit leben 82 Personen im Pflegebereich, außerdem 36 im betreuten Wohnen. "Unser Ziel ist es, wieder so viele Plätze im Pflegebereich wie vor dem Abriss des alten Hauses anzubieten." Noch sind die neuen Zimmer nicht vergeben, aber das Bewerbungsverfahren läuft an. "Viele möchten natürlich erst einmal die Zimmer besichtigen, bevor sie eine Entscheidung treffen. Das verstehe ich", so Popko.

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Die Einrichtungsleiterin ist zufrieden, was da entstanden ist. Auffällig sei, dass das Gebäude einen "Knick" habe - es gebe damit nicht diese langen Flure, und damit sehe es nicht so "einrichtungsmäßig" aus. Das Gebäude habe damit einen anderen Charakter - zudem ist es hell, Licht strömt ein. Und wer heute die Flure entlang geht, sieht schnell die gemütlichen Sitzecken mit Ohrensesseln und farbigen Gardinen - fast wie zu Hause. Modern eingerichtet sind die Arbeitsbereiche der Mitarbeiter, und die Gemeinschaftsräume haben Sitzecken und Tische sowie eine große Küche. "Hier können Bewohner auch kochen."

Wichtig auch: Es wird eine hochmoderne Wäscherei im Untergeschoss eingerichtet. "Zurzeit geben wir die Wäsche weg. Aber wir sind froh, wenn diese Zeit vorbei ist."

Das einst für 4,4 Millionen Euro geplante Gebäude kostet durch die Verzögerung in 2017 rund 5,3 Millionen Euro. Architekt Claus Schwanke, Prokurist und Leiter des Bereiches Bau und Liegenschaften des Bauherrn, der Rheinischen Gesellschaft für Innere Mission, ist zuversichtlich, dass die Baukosten nicht wesentlich steigen werden. "Nächste Woche wird die Abnahme der Gewerke abgeschlossen sein. Dann können wir auch mit der Endabrechnung beginnen", sagt Schwanke.

(RP)
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