Wermelskirchen: Närrischer Bandwurm begeistert

Wermelskirchen : Närrischer Bandwurm begeistert

Tausende besuchten gestern den Rosenmontagszug in Dabringhausen. 37 Wagen und Fußgruppen machten den Ortskern zu einem Mekka des Frohsinns. Auffallend die vielen bunten Kostüme auch der Zuschauer. Für jecke Töne braucht man nicht nach Köln zu fahren.

Dabringhausen Plötzlich war der Saft weg. Und der große Festwagen des Hahneköppvereins aus Stumpf war noch keine 100 Meter weit gerollt. Die Hennen schauten sich alle etwas ratlos an. Wollten sie doch so richtig loslegen. Dann dröhnte der Höhner-Ohrwurm "Jetzt geht's los" aus den riesigen Boxen, und die jeck kreischenden Hexen, eben das Fußvolk von Kaiser Walter und Kaiserin Gisela Stahlhacke, sorgten schon auf den ersten Metern für Stimmung. Rosenmontagszug in Dabringhausen — Tausende standen an der Altenberger Straße und säumten die Südstraße. Bunte Outfits waren da nicht nur im Zug zu sehen. Hier fällt man inzwischen eher auf, wenn man nicht verkleidet ist.

37 Wagen und Fußgruppen sorgten in einem langen Bandwurm wieder für eine gelungene Botschaft: Für kölsche Töne zur fünften Jahreszeit braucht man nicht nach Köln oder Lennep fahren. Bunt und schwungvoll war's allemal — der politische Unterton fehlte leider. Lediglich der Freibad-Förderverein sorgte ein wenig für Lokalkolorit — immerhin wollen sie im Sommer nicht auf dem Trockenen im Freibad sitzen.

Die Flower Power-Generation des SSV Dhünn startete durch: Ob Strüsje oder Bützje — von beidem konnte man nicht genug kriegen. Da standen die Begleiterinnen der Pänz us Ampelskirchen oder die Klüngelsköpp und vor allem die Jecke Wiever in nichts nach. Großzügig waren sie ja wirklich: Mit beiden Händen verteilten die Karnevalisten von Blutwurst über Kugelschreiber, Papiertaschentücher bis zu Mengen an Süßigkeiten an jecke Volk. Umd beim Wagen des Dreigestirns hatte man zwischenzeitlich den Eindruck, ein Schaufelbagger verteilt die vielen Sachen.

Während die Hahneköpper ihre Hexen ins närrische Treiben schickten, "kämpften" die Wikinger für "Dawerkusen Allerlei", die Grunewalder schickten ihr Piratenschiff mit aktivem Fußvolk, die Tenter (Noch Löher bei Kölle") hatten ihr Wigwam mit Totempfahl aufgeschlagen — es gab viel zu sehen. Die Dawerkuser Schüler waren in nette Pilzkostüme geschlüpft. Und die FDP zeigte sich als blau-gelber Fanclub von Prinz Peter.

Ein tolles Bild boten die Tanzgarden aus Dhünn, Grunewald und von Rut-Wiess. Sie machten einmal mehr deutlich, dass Dabringhausen längst keine Karnevals-Diaspora mehr ist. Welcher Zug in einem Ortsteil kann schon drei heimische Tanzgarden aufbieten? Drum zeigte sich einmal mehr: In Dabringhausen zählt die Gemeinschaft — und die hat wieder einen Rosenmontagszug auf die Beine gestellt, der Raketen verdient hat.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Rosenmontagszug in Dabringhausen 2012

(RP)