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Wermelskirchen: Nachbar-Grundstück darf nicht mehr betreten werden

Wermelskirchen : Nachbar-Grundstück darf nicht mehr betreten werden

Sollte die ehemalige Obdachlosenunterkunft an der Taubengasse tatsächlich ins Freilichtmuseum transportiert werden, so droht beim Abbau Ärger. Roland Schulz, Miteigentümer der benachbarten Immobilie ("Der Weinfreund") verbietet das Betreten seines Grundstückes beim Abbau des städtischen Gebäudes.

"Das Haus kann wegen mir gerne ab- und woanders wieder aufgebaut werden. Sollte aber beim Abtransport jemand mein Grundstück betreten, werde ich die Polizei rufen und die Leute vom Grundstück verweisen", sagt Schulz. Er werde Anzeige erstatten, sollten Vertreter der Stadt oder Mitarbeiter eines beauftragten Unternehmens "auch nur einen Zeh auf mein Grundstück setzen".

Zum einen will Schulz dadurch einen größeren Schaden auf seinem Grundstück verhindern. "Unsere Abwasserkanäle liegen teilweise nur 30 Zentimeter unter der Kiesschicht – wenn ein großer Lastwagen darüber fährt, droht ein riesiger Schaden", meint Schulz, der mit seinem Vater Manfred bereits vor einigen Wochen das Grundstück mit grünen Pollern, die mit Ketten verbunden sind, abgegrenzt hat.

Diese Grenzzäune seien aber beim Entrümpeln des Hauses von den Mitarbeitern der Fachfirma bereits in keiner Weise berücksichtigt worden. "Es scheint selbstverständlich zu sein, sich auf fremden Grundstücken zu bewegen und sich dann auch noch zu beschweren, wenn man diesen unberechtigten Zutritt anmahnt oder darauf aufmerksam macht."

Zum anderen ist der 55-Jährige sehr verärgert "über die Art und Weise, wie die Stadt mit diesem Thema umgeht. Wir wurden noch nicht einmal kontaktiert", sagt Schulz und fügt an: "Ich habe aus einer sicheren Quelle erfahren, dass das gesamte Grundstück – unsere Fläche mit einbezogen – bereits einem Investor angeboten worden sein soll."

Florian Leßke widerspricht diesem Vorwurf. "Wir können natürlich keine Fläche anbieten, die uns nicht gehört", sagt er. In einem Fachausschuss sei lediglich einmal vorgestellt worden, was aus städtebaulicher Sicht auf der gesamten Fläche auf der Rückseite des Marktes möglich wäre. Man respektiere natürlich, dass Schulz der Eigentümer sei. Und sollte es zu einem Abtransport des Hauses kommen, werde man selbstverständlich den Kontakt suchen, sagt Leßke.

(ser)