Wermelskirchen: Nach PCB weiter mit Sekundarschule

Wermelskirchen : Nach PCB weiter mit Sekundarschule

Die erforderliche Übergangslösung für die PCB belasteten Schulen hat den einstimmigen Ratsbeschluss für die Sekundarschule nicht berührt. Beraten durch den ehemaligen Schulrat Herbert Schiffmann wird weiter geplant.

Die Schullandschaft in Wermelskirchen bleibt in Bewegung. Parallel wird auf zwei Ebenen gearbeitet: 1.) an der Sofort- und Übergangslösung, um die PCB belasteten Schulen möglichst bald räumen zu können. 2.) Ist Wermelskirchen nach wie vor gebunden an den einstimmigen Ratsbeschluss, eine Sekundarschule zu eröffnen und die Haupt- und Realschule damit auslaufen zu lassen. In allen diesen schwierigen Fragen und Prozessen wird Wermelskirchen aber kompetent beraten durch den ehemaligen Schulrat Herbert Schiffmann, der auch lange Jahre Hauptschulleiter vor Ort war und das bundesweit als Modell anerkannte Schulprogramm dieser Einrichtung begründet hat.

Schiffmann hat bekanntlich auch in dem Fachgremium mit örtlichen Schulleitern und der Verwaltungsspitze am pädagogischen Konzept für die Sekundarschule Wermelskirchen mitgearbeitet. Darüber hinaus gehört er zur "Chef-Gruppe" mit Bürgermeister Eric Weik und Hauptamtsleiter Jürgen Scholz, die jetzt die Übergangslösung mit Abriss der Realschulturnhalle, Aufbau von Pavillons und Umzug der Grundschule Ost in die Hauptschule ersonnen haben.

Bereits bei seinem Abschied als Schulamtsdirektor des Rheinisch-Bergischen Kreises im November vergangenen Jahres hatte Schiffmann angekündigt, er wolle weiterhin als Berater in Schulfragen tätig sein, wenn solche Wünsche an ihn herangetragen würden. Und Wermelskirchen macht nun gerne von diesem Angebot Gebrauch, da Schiffmann die örtliche Szene auch in seinen Jahren in Bergisch Gladbach immer im Auge behalten hat.

In einem Interview mit dem Kölner Stadtanzeiger hat sich Schiffmann zu Beginn dieses Monats erneut für die Einrichtung von Sekundarschulen positioniert. Dort geht er auch auf das Spannungsfeld zwischen den vieler Orts auslaufenden Realschulen und den neuen Sekundarschulen ein. Schiffmann sieht in einer Sekundarschule eine Bildungseinrichtung, die auch das Fächerangebot einer Realschule, allerdings mit zusätzlichen Möglichkeiten, beinhaltet. Sie sei zudem eine Alternative für Schüler mit dem Potenzial, das Abitur nach neun Jahren zu erreichen. Manche Kinder seien im Gymnasium mit der Anforderung, nunmehr nach nur acht Jahren das Abitur zu machen, nämlich überfordert.

Schiffmann macht den Realschullehrern Mut, sich dem Wandel in der Schullandschaft zu stellen. "Für sie kann die Arbeit in der Sekundarschule genauso befriedigend sein wie in der Realschule, weil es zu einem großen Teil eine Arbeit mit dem gleichen Schülerpotenzial ist", sagt er. Und das gelte auch für demnächst ehemalige Hauptschullehrer: "Ein guter Lehrer bezieht seine Motivation aus der erfolgreichen Arbeit mit jungen Menschen unter guten Bedingungen. Was auf dem Schild an der Schultür steht, ist nicht entscheidend", wird Schiffmann in dem Interview zitiert.

(RP/rl)
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