1. NRW
  2. Städte
  3. Wermelskirchen

Motorradlärm rund um Wermelskirchen: Bürger wirft Landrat Diskriminierung vor

Offener Brief an Landrat und Bürgermeister : Bürger kritisiert Landrat wegen einseitiger Motorradlärm-Maßnahmen

Bernd Luchtenberg ist als Motorradfahrer Mitglied des städtischen Arbeitskreises Motorradlärm. Von den einseitigen Maßnahmen des Kreises ist er überrascht. Im Arbeitskreis war so etwas nie Kern der Forderungen. Ziel war, schwarze von weißen Schafen zu trennen.

In der Entscheidung des Landrates, einseitig ein Tempolimit auf der K18 und der L294 für Motorradfahrer einzuführen, sieht Bernd Luchtenberg eine Diskriminierung. Der der Emminghausener geht sogar noch weiter: „Ein Merkmal von Populismus ist, ganze Gruppen von Bürgern nach äußeren Merkmalen pauschal von anderen Bürgern einzugrenzen.“

Luchtenberg ist seit drei Jahren Anwohner der K15 und als Motorradfahrer Mitglieder der Arbeitsgruppe Motorradlärm in Wermelskirchen. „Einseitige Maßnahmen waren dort nie Kern der Forderungen, sondern die Trennung der schwarzen von den weißen Schafen sowie Abhilfe bei den Missständen und Gesetzeslücken.“ Nun sei man auch im Arbeitskreis von den einseitigen Maßnahmen gegen alle Motorradfahrer überrascht.

Wie Luchtenberg jetzt in einem Offenen Brief an den Landrat und den Bürgermeister der Stadt schreibt, würden die Maßnahmen mit einem falschen Etikett argumentiert: Sie würden mit der Verkehrssicherheit begründet, sollen aber vor allem den Bürgerprotest gegen Motorradlärm besänftigen. Seiner Ansicht nach seien die Maßnahmen „unzureichend, unausgewogen und verschlechtern“ die Verkehrssicherheit. Es sei ein „Stakkato an Regeländerungen auf engstem Raum“ entstanden. Das Überholen von Motorrädern durch Autos würde provoziert. Das Gas geben von Motorradfahrern würde aber auch gefördert durch die Markusmühle (Kreuzung Fernwanderweg) und auf dem fast geraden Stück in Bechhausen.

Forderungen von Anwohnern, die K18, L294 oder L 409 als reine Anliegerstraßen zu gestalten, würden jedoch deutlich über das Ziel hinausschießen.

Er schlägt vor, durchgehend Tempo 60 mit Überholverbot mit durchgezogener Linie für alle Fahrzeuge außerhalb der Ortschaften für die genannten Strecken einzuführen – gegebenenfalls Tempo 30 und Überholverbot in den Ortsdurchfahrten. Wichtig seien auch gezielte Kontrollen und Ansprachen durch die Polizei. „Anwohner kennen die Raser, führen teilweise Listen – warum macht die Polizei das nicht“, fragt der Emminghausener.

Abschließend fragt Bernd Luchtenberg die Adressaten, wieso er jetzt eigentlich noch als „Bürger 2. Klasse“ nach diesen Entscheidungen in einer Bürgerinitiative oder einem städtischen Arbeitskreis mitwirken sollte ?