1. NRW
  2. Städte
  3. Wermelskirchen

Motorradfahrer verärgern Anwohner in Halzenberg

Lautes Wochenende : Motorradfahrer verärgern Anwohner in Halzenberg

Antje Buhl wünscht sich schon fast schlechtes Wetter für die Ostertage. Denn was sie am vergangenen Wochenende in Halzenberg erlebte, glich schon fast einer „Nordschleife“: „Hunderte von Bikern, die unsere schmale Straße durch den Ort nutzen, um möglichst schnell und dicht aneinander gedrängt ihre Form der Freiheit zu genießen.

Fahrradfahrer wie Fußgänger werden förmlich gezwungen, in den Straßengraben auszuweichen. Überholverbote existieren nicht!“

Dies schreibt die sachkundige Bürgerin des Bürgerforums an die Stadtverwaltung in der Hoffnung, diese seit Jahren anhaltende Probleme unter „Zuhilfenahme aller rechtlichen Mittel einzudämmen“.

Sie wie andere Anwohner an den Einfallstrecken  auswärtiger Motorradfahrer in Wermelskirchen wollten die sonnigen Tage in der Natur genießen. „Es tut allen gut, im Corona-Alltag abschalten zu können, auch wenn die Familien nicht zusammen die Natur genießen können“, schreibt sie an die Stadtverwaltung. Doch die Motorradfahrer sorgten dafür, dass es für die Anwohner kein schönes Wochenende war.

„Unser Ministerpräsident fordert fast täglich alle Bürger auf, das häuslichen Umfeld möglichst nicht zu verlassen und keine Ausflugsziele anzusteuern“, schreibt sie. Die Kennzeichen der Motorräder sprächen eine andere Sprache. „Sicher haben wir kein Ausfahrverbot. Nur kann es nicht sein, dass sich Wanderer, die sich im heimischen Umwelf bewegen, in Lebensfahr begeben.“ Hier müsse die Verwaltung alsbald eingreifen.

Der Technische Beigeordnete Thomas Marner erklärte auf Anfrage, dass die Stadt nicht in den Verkehr eingreifen dürfe. „Da können wir nichts tun“, so Marner.

Wohl aber sind weitere Maßnahmen geplant, die auch im Arbeitskreis Motorradlärm besprochen wurden. So werden Ende April wieder Lärmdisplays an der L 101 in Dabringhausen, in Halzenberg sowie in Preyersmühle aufgestellt. Ebenso werden es Tempolimitschilder auf der L 294 zwischen Hilgen und Dabringhausen positioniert. Die Maßnahme wurde vor drei Wochen von der städtischen Straßenverkehrsbehörde angeordnet und wird vom Straßenbaulastträger umgesetzt.