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Wermelskirchen: Mit viel Elan den Loches-Platz angehen

Wermelskirchen : Mit viel Elan den Loches-Platz angehen

Bürgerlich-Grüne wollen mit der SPD in den nächsten sechs Jahren einen neuen Politikstil prägen. Die Fraktionen sehen sich nicht als Machtblock. Die Bebauung des Loches-Platzes mit einem Vollsortimenter bleibt das erklärte Ziel.

Als eine "vertrauensbildende Maßnahme" sieht Jochen Bilstein (SPD) die abgeschlossenen Gespräche zur Bildung einer Zählgemeinschaft für die Vergabe von Mandaten in den Ausschüssen und Gremien am kommenden Montag im Stadtrat. Vertrauensbildend deshalb, weil man mit der neuen bürgerlich-grünen Verbindung viele Schnittmengen habe - "wir haben mit der Dreier-Gruppierung kein Problem. Wir wollten keine Koalition. Aber wir haben viele gemeinsame Ziele, die wir nun umsetzen wollen."

Die Fraktionsvorsitzenden von CDU (Christian Klicki), SPD (Bilstein), Büfo (Oliver Platt) und Grüne (Gisela Grangeret) erläuterten gestern in einem Pressegespräch die Gründe, warum sie die Zählgemeinschaft eingehen. Einer davon ist sicher die Innenstadt-Entwicklung - also die Lebensmittelversorgung. Das erklärte Ziel der vier Fraktionen ist, auf dem Loches-Platz einen Vollsortimenter anzusiedeln. Der entsprechende Ratsbeschluss werde umgesetzt, hieß es gestern. "Wir haben ausreichend Elan, dass Gegner uns nicht bremsen können", sagte Oliver Platt. Auf dem Loches-Platz gebe es ausreichend Fläche, dass auch die Kirmes dort weiterhin stattfinden könne. Auch Bilstein sieht's gelassen: "Jetzt argumentieren Gegner mit der schwierigen Verkehrsbelastung - Uhle hatte für sein Projekt ein Verkehrskonzept vorgelegt, dem zugestimmt wurde. Warum soll es jetzt nicht gehen?" Er erwartet für September das Ergebnis des Gutachtens - also die Fortschreibung des Einzelhandelskonzeptes. Inzwischen, sagte Klicki, könne man ja schon mal mit Investoren über ihre Pläne sprechen.

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Der 22-jährige Fraktionsvorsitzende der CDU machte noch einmal deutlich, dass die Zählgemeinschaft kein Machtblock sei - "wir besetzen Posten, ja. Aber dies nicht aus einem Machtanspruch heraus, sondern damit die Menschen in Wermelskirchen besser leben können. Wir wollen die Lebensqualität verbessern." Und mit diesen Fraktionen gebe es inhaltlich die meisten Schnittmengen.

Wichtig ist dieser Zählgemeinschaft, einen neuen Politikstil einzuführen. "Wir wissen nicht alles besser als Politiker. Darum holen wir uns Fachleute dazu, zum Beispiel aus den Vereinen beim Thema Kunstrasen." Und Gisela Grangeret betonte, dass künftig viel mehr Öffentlichkeit hergestellt werden solle: "Uns ist die Transparenz wichtig." Zwischen den Fraktionen in der bürgerlich-grünen Verbindung wird es keinen Vertrag geben. "Wir erarbeiten derzeit ein gemeinsames Arbeitspapier. Das wird jede Fraktion abarbeiten. Wir werden uns nicht mehr von einem Vertrag einsperren lassen", sagte Platt. Die gemeinsame Arbeit werde angestrebt und sei offen für andere. Platt abschließend: "Ich möchte voneinander lernen. Wir waren bisher gedanklich blockiert. So möchte ich auch von den Grünen lernen und mit ihnen diskutieren."

(RP)