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Wermelskirchen: Mit Marihuana gehandelt - Gericht verhängt Geldstrafe

Wermelskirchen : Mit Marihuana gehandelt - Gericht verhängt Geldstrafe

So stellt man sich einen Rauschgift-Dealer nicht vor: ordentlich gekleidet, mit leiser Stimme, zurückhaltend und dezent. Der 22-Jährigen wurde vom Staatsanwalt angeklagt, in seiner Wohnung knapp 50 Gramm Marihuana zusammen mit mehreren Cannabis-Samen, einer Waage und vielen kleinen Plastiktüten aufbewahrt zu haben.

Der Angeklagte soll damit gehandelt haben. Die Polizei hatte die Drogen bei einer Untersuchung seiner Wohnung gefunden.

Der junge Mann gab Auskunft: Er habe alles nur aufbewahrt, mehr aber nicht. Wozu er die Waage und die Tüten benutzt habe, wollte der Richter wissen. "Die Waage zum Nachwiegen und die Tüten zur Aufbewahrung", sagte der Angeklagte. Gehandelt habe er damit nicht. Drei Jahre habe er in einer Pizzeria gearbeitet, und ab Juni sei er arbeitslos, erläuterte er auf Nachfrage.

Der Richter las ihm seine Vorstrafen vor: unerlaubter Besitz von Betäubungsmitteln und gefährliche Körperverletzung. Beide Straftaten hatte er als Jugendlicher begangen, jetzt stand er zum ersten Mal als Erwachsener vor Gericht. Der Staatsanwalt bezweifelte die Aussage des Angeklagten, mit den Drogen nicht gehandelt zu haben. Er habe keine glaubwürdige Erklärung für den Gebrauch der Waage und der Plastiktüten abgegeben, sagte er. Er forderte 1500 Euro Geldstrafe für den Besitz und Handel von Betäubungsmitteln.

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Der Richter schloss sich dem Strafmaß in seinem Urteil an. Eine solch erhebliche Menge von Marihuana verwende man nicht nur für den Eigenverbrauch, sagte er zur Begründung. Die Gerätschaften für den Handel seien eindeutig. Die Strafe läge im unteren Bereich, weil es die erste Verurteilung als Erwachsener sei. Der maximale Strafrahmen reiche bis zu fünf Jahren Gefängnis für die Tat. Der Angeklagte muss ferner die Kosten des Verfahrens tragen. Man werde sich vermutlich im Gerichtssaal wiedersehen, sagte der Richter.

Der Drogenfund sei ein Zufallsfund gewesen. Die Polizei hatte die Wohnung wegen des Verdachtes auf Raub durchsucht. Das diesbezügliche Gerichtsverfahren steht noch an.

(bege)