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Wermelskirchen: Mit Handwerk die Zukunft gestalten

Wermelskirchen : Mit Handwerk die Zukunft gestalten

Der Wermelskirchener Cedric vom Stein schließt als Bester seines Jahrgangs die Ausbildung zum Elektroniker ab.

Früher, wenn Cedric vom Stein aus der Schule kam, dann streifte er oft durch das Geschäft seines Vaters. Waschmaschinen, Kühlschränke, Gefriergeräte und Kunden, die mit vielen Fragen rund um Elektronik ins Geschäft kamen. Das war ihm vertraut, das fühlte sich nach Zuhause an.

"Allerdings war ich als Kind eher der sportliche Typ", sagt Cedric vom Stein lachend, "Elektroniker wollte ich nicht werden." Das änderte sich auch später nicht. Nach der Realschule bewarb er sich für eine Ausbildung im Verwaltungsbereich. "Aber das wollten viele und ich bekam keinen Platz", erzählt er.

Damals schaute Cedric vom Stein noch mal genauer hin, durchforstete das Internet und die Informationskanäle der Kreishandwerkerschaft nach Ausbildungsberufen. Und dann entdeckte er die "Automatisierungstechnik". Künstliche Systeme befolgen ein Programm und übernehmen Aufgaben, die über Jahrhunderte Menschen an Fließbändern erledigen mussten. Mit 17 entdeckte der junge Wermelskirchener seine Begeisterung für die Elektronik und ihre Möglichkeiten. "Damals fragte ich meinen Vater, ob ich bei ihm die Ausbildung machen darf", erinnert er sich. Und die Begeisterung blieb.

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Die Noten in der Berufsschule waren von Anfang an gut, er absolvierte Stationen in großen Unternehmen der Region, kam der Automatisierung und den Smarthome-Systemen immer weiter auf die Spur. Das vernetzte, intelligente Zuhause und die elektronischen Systeme, die dahinter steckten, reizten ihn. "Während der Ausbildung habe ich das Handwerk gelernt, mit allem, was dazu gehört", sagt Cedric vom Stein. Und damit lasse sich nun auch Zukunft gestalten.

Im vergangenen Jahr schloss der 20-Jährige seine Ausbildung zum Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik ab - mit Jahresbestleistung. Die Kreishandwerkerschaft händigte ihm eine Ehrenurkunde aus. Die Handwerkskammer kürte ihn nach dem Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks als Kammersieger. Und er erhielt ein Stipendium für die Meisterschule. Weil die aber erst im Mai beginnt, bewarb er sich bei der "Scholl Energie- und Steuerungstechnik" in Remscheid. Das Unternehmen hatte er bereits während seiner Ausbildung kennengelernt.

"Ich freue mich jeden Tag, zur Arbeit zu gehen", sagt er. Denn hier wurde Realität, wovon Cedric vom Stein vor drei Jahren zu träumen begann: die Automatisierung. "Noch sind Smarthome-Systeme teurer als konventionelle", sagt er, "aber wenn sich das erstmal geändert hat, dann liegt genau dort die Zukunft." Und die will Cedric vom Stein mitgestalten. Im Mai beginnt er mit der Meisterschule, will sich danach die Fähigkeiten eines Technikers in der Industrie aneignen.

Ob er irgendwann in das Geschäft seines Vaters zurückkehrt, das lässt er offen. Bereut hat er seine Entscheidung für die Ausbildung nie. "Ich bin froh, dass ich doch noch Elektroniker geworden bin", sagt Cedric vom Stein, "das ist genau mein Beruf."

(RP)