Ansichtssache: Misstöne zum Thema Hünger und ein bisschen Zukunftsmusik

Ansichtssache : Misstöne zum Thema Hünger und ein bisschen Zukunftsmusik

"Game over", heißt es wohl für den Vorsitzenden des Betreuungsvereins Hünger. Er hat bei der Stadt und der Politik verspielt. Dabei hatte er sich um den Schulstandort verdient gemacht.

Das Beruhigende ist, dass der Grundschulstandort Hünger erhalten bleibt und durch einen Mensa-Umbau bessere Voraussetzungen bekommt, um im Schulwettbewerb bestehen zu können. Denn eine gute Nachmittagsbetreuung ist vielen Eltern wichtig. Sie wählen die Grundschule, die neben einem guten Lernangebot auch Freizeitangebote und Mittagessen in angemessener Atmosphäre bietet. Beunruhigend ist, welche Kreise die unschöne Diskussion über Art und Umfang der Mensaerweiterung zieht. Aber der Vorsitzende des Betreuungsvereins hat sich mit seinem Vorgehen und Umgangsstil ins Aus geschossen.

Schade, denn hat er ja für die kleine Schule Hünger, für Kinder und Eltern Gutes bewirkt. Er hat frühezeitig erkannt, dass der Fortbestand einer Grundschule in heutigen Zeiten der Berufstätigkeit beider Elternteile von einem Betreuungsangebot über den Mittag hinaus abhängt und er hat um dieses Angebot gekämpft. So hat er mit dazu beigetragen, dass es die einzügige Schule, die eigentlich geschlossen werden sollte, noch gibt.

Aber dann hat er den Bogen überspannt. "Der Ton macht die Musik" heißt ein altes Sprichwort. Der Vorsitzende hat Misstöne gewählt. Er wollte seine Vorstellungen einer Mensaerweiterung durchsetzen und hat mit der Art und Weise wie bei der Stadtspitze, Verwaltungsmitarbeitern und am Ende auch die Politik verspielt. Das i-Tüpfelchen war die nicht mit der Stadt abgesprochene Diskussionsveranstaltung, die eher als Plattform zur Durchsetzung der Alternativ-Lösung gedacht. Der Bürgermeister mit der Untersagung der Raumnutzung und nun auch Politik mit ihrer Absage haben nun die Reißleine gezogen. Am Ende ist damit auch das Kapitel "Betreuungsverein" als OGS-Träger bald beendet.

Positives hingegen wurde diese Woche aus dem Krankenhaus Wermelskirchen berichtet. Dass eine Oberärztin für die Gynäkologie eingestellt wurde, die ergänzend zur Schulmedizin einen naturheilkundlichen Ansatz verfolgt, dürfte viele Patientinnen freuen. Denn die Offenheit gegenüber alternativen Wegen zur Heilung wächst auch unter den Patienten. Einfach ausgedrückt: Manch einer greift lieber zum Lavendelkissen als ein Schlafmedikament ein zu nehmen. Oder erfährt die positive Wirkung des Yoga im Heilungsprozess und erkennt, dass man als Patient etwas beitragen muss. Daher fährt das Krankenhaus eine klug gewählte, richtige Linie: Im Wettbewerb unter den Häusern Elemente ins Portfolio aufzunehmen, die nicht jedes Krankenhaus bietet, die dem Patienten ergänzend helfen und die auch von Patienten angenommen werden.

Experiment gelungen, muss man dem CDU-Fraktionsvorsitzeden Christian Klicki zurufen. Er wollte eine Diskussion über die kühne Idee einer Reaktivierung der Bahnstrecke, eines Bahnanschluss Wermelskirchens anstoßen. Und es wird tatsächlich online, in den sozialen Netzwerken rege darüber diskutiert. Klicki und seine Fraktion sehen darin eine Bestätigung, das Zukunftsprojekt im Gespräch zu halten. Es soll ein Antrag auf einen Prüfauftrag folgen. Dieser Zug rollte also an.

(RP)
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