Wermelskirchen: Mieterin verschwindet und hinterlässt 5500 Euro Schaden

Wermelskirchen : Mieterin verschwindet und hinterlässt 5500 Euro Schaden

Vom Jobcenter gibt es kein Geld mehr, und die Alleinerziehende meldet sich nicht. Eigentümerin will Wohnung nicht mehr vermieten.

Was soll schon großartig passieren, wenn man einer Schwangeren eine Wohnung vermietet und die Miete dafür vom Jobcenter bekommt? Eigentlich nichts, könnte man meinen. Das mag auch eine 76-jährige Hückeswagenerin gedacht haben - und jetzt sitzt sie auf einem Schaden von 5500 Euro.

Sie besitzt in Wermelskirchen eine Wohnung, die sie seit vielen Jahren vermietet. Die bisherigen Vermietungen seien meist unproblematisch verlaufen, von kleineren Unstimmigkeiten mit einzelnen Mietern einmal abgesehen. "Das ist aber ja ganz normal, kommt vor - ganz im Gegensatz zu dem, was ich seit etwa sieben Monaten erlebe", betont die 76-Jährige.

Vor etwa eineinhalb Jahren hatte sie die Wohnung an eine junge Frau vermietet, die damals schwanger und alleinstehend war; die Miete bekam sie vom Jobcenter bezahlt. "Die ersten Monate waren unproblematisch und unauffällig", sagt sie. Die Probleme hätten mit dem Anruf einer Nachbarin der Mieterin begonnen: "Sie hat mich gefragt, ob ich wüsste, dass die Haustür meiner Wohnung schon länger offen steht", erinnert sich die Frau. Das habe sie natürlich nicht gewusst.

Da aber Spuren eines offenbar gewaltsamen Öffnens der Tür sichtbar waren, habe sie die Polizei gerufen. "Die hat den Einbruch aufgenommen. Im Wohnungsinneren sah allerdings alles ganz normal aus, so gar nicht nach Einbruch", erzählt die 76-Jährige. Von der Mieterin und ihrem Kind sei indes weit und breit nichts zu sehen gewesen.

Die Vermieterin habe daraufhin ein neues Schloss einbauen lassen: "Einen Schlüssel habe ich bei Nachbarn für die Mieterin hinterlegt, den hat sie auch gegen eine Unterschrift dort abgeholt", erinnert sich die Hückeswagenerin. Sie habe zudem die Eltern der Mieterin zweimal aufgesucht, um Näheres über den Aufenthaltsort und den Zustand der jungen Frau zu erfahren: "Dort habe ich das kleine Kind auch gesehen. Der Vater hat zu mir gesagt: 'Das Kind wohnt jetzt bei uns, die Tochter bekommt es nicht wieder.'"

Informationen über die Tochter hätte die 76-Jährige dort allerdings auch nicht bekommen; genauso wenig habe ihr das Jobcenter weiterhelfen können. "Die wussten auch nichts. Die Folge war aber, dass ab Juli vergangenen Jahres keine Miete mehr bezahlt wurde", sagt die Hückeswagenerin. "Vor etwa drei Wochen hat mich die Mieterin angerufen. Da wollte sie einen Termin für ein Treffen ausmachen." Zu diesem sei sie aber nicht erschienen.

Zwischenzeitlich seien die Eltern der Mieterin allerdings in der Wohnung gewesen und hätten einige Möbel ihrer Tochter abgeholt. Mit der Vermietung hat die Hückeswagenerin allerdings jetzt abgeschlossen. Ärgerlich - und nicht abgeschlossen - bleibt die ganze Sache dennoch: "Ich werde mich noch einmal an die Polizei und an meinen Anwalt wenden, wie ich nun weiter vorgehen kann, um vielleicht doch noch an mein Geld zu kommen", betont die Hückeswagenerin. Ganz aufgeben will sie noch nicht.

(RP)
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