Wermelskirchen: Mensa-Caterer gibt auf

Wermelskirchen: Mensa-Caterer gibt auf

Die Firma Veser wird wohl aus der Mittagsverpflegung im Gymnasium aussteigen: Es lohnt sich nicht. Das für die Realschule angekündigte warme Mittagessen fällt weg. Die Caféterien laufen "ganz gut".

Keine guten Nachrichten für Gymnasium und Realschule: Der Caterer "Veser" aus Refrath will sich bei der Schulverpflegung neu aufstellen. Das hat schon heute Konsequenzen für die Realschule.

Dort sollte laut Schulleiterin Birgit Sköries ab nächster Woche ein warmes Mittagessen angeboten werden. Das Angebot wurde zurückgezogen. Und auch aus der Mensa-Verpflegung des Gymnasium wird "Veser" wohl aussteigen. Ob zum Ende des Halb- oder Schuljahres, war am Dienstag unklar. Der Grund: Es werden zu wenig Essen gekauft.

Nach den Sommerferien stieg "Veser" als Caterer im Gymnasium ein und versorgte die Mensa täglich mit Essen – ebenso wurde die Caféteria mit dem Personal übernommen. Doch Anfangsprobleme sorgten dafür, dass immer weniger Essen ausgegeben wurden. An manchen Tagen gerade mal zehn bis 15. Nach Gesprächen auch mit der Schulleitung lief's seit den Herbstferien ein bisschen besser – doch mehr als 25 Essen waren es selten.

Veser-Betriebsleiter Frank Mohr hat die Notbremse gezogen. "Die Schulversorgung wird immer schwieriger. Viele Schüler haben die Freiheit, den Schulhof zu verlassen. Sie gehen in die Innenstadt und verpflegen sich dort. Damit haben wir keine Planungssicherheit", so Mohr.

Deshalb werde man sich jetzt "neu aufstellen". Was keinen generellen Ausstieg aus der Schulverpflegung bedeute. Denn in einigen Südkreis-Schulen liefe es gut. "Aber 15 bis 20 Essen, das macht keinen Sinn. In den Vertragsvorgesprächen waren alle Teilnehmer von 50 bis 100 Essen ausgegangen."

Wie und ob überhaupt der Ausstieg erfolge, werde er mit Jochen Bilstein vom Verein zur Förderung außerunterrichtlicher Angebote besprechen. "Unser Vertrag läuft ja bis zum Schuljahresende. Solange werden wir alles weiterbetreiben."

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Nur rote Zahlen

Bilstein meinte im Gespräch mit unserer Redaktion: Er könne den Caterer verstehen. Cafeteria wie auch Mensa-Betrieb kämen aus den roten Zahlen nicht raus. Schüler gingen lieber in die Stadt und kauften sich Pommes, Döner oder Pizza. "Das können wir nicht steuern."

Es sei derzeit eine Abstimmung mit den Füßen – den Eltern müsste klargemacht werden, was es im schlimmsten Falle bedeute: Die Schließung der Mensa. "Wir werden aber alles tun, um die Caféteria zu behalten." Ein Patentrezept habe er auch noch nicht.

"Wir waren heilfroh, als wir die Firma Veser gefunden hatten. Dass er jetzt aus der Versorgung mit einem Mittagessen aussteigt, ist so furchtbar", so Birgit Sköries am Dienstag. Die Caféteria aber betreibe Veser auch an der Realschule weiter. "Wir haben nur gute Erfahrungen mit der Firma gemacht. Und auch die Caféteria läuft ganz toll", so Sköries. Für den Mensabetrieb ab Spät-Frühjahr ist sie zuversichtlich, einen Caterer rechtzeitig zu finden.

(RP)
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