Wermelskirchen: Mehr Familienfreundlichkeit für 90.000 bis 100.000 Euro

Wermelskirchen : Mehr Familienfreundlichkeit für 90.000 bis 100.000 Euro

Fachausschuss empfiehlt neue Urlaubs-Regelungen für Tagesmütter. Neu: Kinder kommen vier Wochen vorher zur Eingewöhnung.

Bei der Betreuung der Jüngsten setzt die Stadt Wermelskirchen auch auf Tagesmütter. In den "Richtlinien über die Förderung von Kindern in Kindertagespflege" regeln Stadt und Tagesmütter die Bedingungen. Die könnten sich nun ändern. Denn nach einem "Runden Tisch", an dem im April Fraktionsvertreter, Tagesmütter und Vertreter der Verwaltung zusammengekommen waren, ergab sich vor allem an zwei Stellen Handlungsbedarf: "Zugunsten der Tagespflegeeltern und unter Berücksichtigung der Familienfreundlichkeit werden Eltern künftig fünf Tage flexibler Urlaub pro Jahr gewährt", erklärt Barbara Frank, pädagogische Jugendamtsleiterin. Das bedeutet im Klartext: Tagesmütter können vier Wochen Urlaub im Jahr nehmen und erhalten in dieser Zeit weiter das Geld der Stadt.

Zusätzlich können Eltern aber fünf Tage im Jahr wählen, in denen sie Urlaub von der Tagesmutter nehmen - und die Stadt vergütet die Fehlzeiten. Darüber hinausgehende Fehlzeiten allerdings rechnet die Stadt ab einer Woche an und zieht pro nicht betreutem Kind die Unterstützung ab. "Viele Tagesmütter haben 20 Tage Urlaub im Jahr. und Eltern müssen sich bei ihrer eigenen Urlaubsplanung danach richten", sagt Barbara Frank, "mit der neuen Regelung schaffen wir mehr Flexibilität für Eltern." Das koste die Stadt zwischen 90.000 und 100.000 Euro.

"Kein Klimpergeld, sondern ein ganz schöner Brocken", befand Dirk Wartmann von der WNKUWG im Jugendhilfeausschuss. Er lobte die guten Gespräche am "Runden Tisch". "Wir haben uns auf die Fahnen geschrieben, für die Familien etwas zu tun." Das werde mit der neuen Regelung umgesetzt. Die zweite Neuregelung betrifft die Konkretisierung der Eingewöhnungszeit der Kinder, die ebenfalls von der Stadt vergütet wird. Kinder, die zum 1. August diesen Jahres bei Tageseltern aufgenommen werden, kommen schon vier Wochen vorher mit ihren Eltern zur Eingewöhnung. Die Stadt vergütet die Zeit.

Der Rat entscheidet am Montag, 9. Juli, über die neue Satzung.

(resa)
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