Wermelskirchen: Marode Decken? Stadt überprüft alle Sporthallen

Wermelskirchen : Marode Decken? Stadt überprüft alle Sporthallen

Das NRW-Bauministerium hat angeordnet, die Dächer der Hallen zu kontrollieren. Im Ruhrgebiet gibt's große Mängel.

Das NRW-Bauministerium hat angeordnet, dass in allen Kommunen des Landes die Deckenbefestigungen in den Sporthallen überprüft werden müssen. Der Grund: In Bochum und Gelsenkirchen sind vor Kurzem erhebliche Mängel festgestellt worden. Das Gebäudemanagement der Wermelskirchen ist gestern tätig geworden. "Die Anordnung des Bauministeriums liegt bei uns bislang zwar noch nicht vor, wir sind aber trotzdem aktiv geworden, weil uns dieses Problem bekannt ist", sagte Frank Kieseler auf BM-Anfrage. In einem ersten Schritt erfolge nun eine Gefährdungsanalyse, das heißt, die Mitarbeiter der Stadt schauen sich sämtliche Sporthallen in Wermelskirchen an, um herauszufinden, in welchen Hallen überhaupt Sicherheitsmängel auftreten könnten.

In Bochum waren im Juli in einer Sporthalle schwere Deckenplatten zu Boden gestürzt. Auch in Gelsenkirchen kamen zahlreiche Mängel zum Vorschein. Daher sollen nun landesweit alle Decken auf Sicherheit und Standfestigkeit überprüft werden. Betroffen sein sollen Hallen, in denen vor vielen Jahren Leichtbauplatten aus langfaseriger Holzwolle verbaut wurden, sogenannte Sauerkrautplatten. Diese können austrocknen und marode werden. Hinzukommt laut Kieseler das Problem, dass die Platten damals vernagelt, nicht verschraubt wurden. Diese Nägel mussten, so erklärt Fachmann Kieseler, unbedingt schräg eingeschlagen werden. Wurden die Nägel - wie sonst üblich - senkrecht eingeschlagen, können sie nach Jahren immer weiter herausgezogen werden. Letztlich drohen dann die Deckenplatten herunterzufallen.

In Wermelskirchen gibt es einige Hallen mit solchen sogenannten abgehängten Decken, bestätigt Kieseler. Nicht nur in Sporthallen, auch in anderen Gebäuden (zum Beispiel Schulen) seien solche Decken verbaut worden. Das Gebäudemanagement konzentriert sich nun zunächst auf die Sporthallen, da dort die Belastung viel größer ist. Kieseler: "Es gibt dort viele Erschütterungen, Bälle oder ander Gegenstände fliegen öfter mal gegen die Decke. Wir müssen nun herausfinden, in welchen Hallen eine Gefährdung vorliegen könnte."

14 Sporthallen im Stadtgebiet müssen überprüft werden. Wie lange die Gefährdungsanalyse dauert, kann Kieseler nicht genau sagen. "Wir werden zeitnah eine Entscheidung treffen. Wir werden aber Schritt für Schritt vorgehen, es wird keine ad-hoc-Entscheidung geben", sagte Kieseler. In anderen Städten sieht dies anders aus: Die Stadt Radevormwald zum Beispiel hat gestern sämtliche Hallen, in denen solche Decken verbaut wurden, vorsorglich gesperrt.

(RP)