Wermelskirchen Markt-Kiosk: Abriss möglich

Wermelskirchen · Der oberste Denkmalschützer, Dr. Andreas Stürmer, hat in Absprache mit der Unteren Denkmalbehörde der Stadt nach einem Erörterungstermin den Weg freigemacht, den derzeit noch unter Denkmalschutz stehenden Kiosk am Markt abzureißen. Gemeinsam mit Frank Kieseler (Untere Denkmalbehörde) kam Dr. Stürmer zu dem Schluss, dass "stadtbaugeschichtliche Gründe" vorlägen, die den Abriss begründeten.

Damit dürften angesichts der Debatte um die Neugestaltung des Marktes die letzten Tage des seit Monaten leer stehenden Kiosks angebrochen sein. Errichtet 1937/38, wurde es 2002 in die Denkmalliste eingetragen. Die Nutzung als öffentliche Toilette, und darum war es damals errichtet worden, war bereits vor Jahrzehnten eingestellt worden. Eine Reaktivierung dieser Nutzung ist nach Einschätzung der Stadtverwaltung auch in Zukunft nicht zu erwarten.

Um den Planungsprozess "Umgestaltung Markt" fortführen zu können, war auch Verkehrsplaner Mesenholl gehört worden. Er erklärte, dass ein Verzicht auf das Kioskgebäude erhebliche Vorteile für die "Fahrgeometrie" mit sich bringe. So könnte das durchschnittliche Gefälle des Platzes von über acht Prozent auf sechs Prozent gesenkt werden. "Das verbessert die Nutzung des Platzes", so Mesenholl.

Ziel des beschlossenen Verkehrskonzeptes ist es, einen Zweirichtungsverkehr zwischen Berliner und Stockhauser Straße einzurichten. Von der Kölner Straße Richtung Markt bleibt's eine Einbahnstraße. Der untere Bereich des Marktes unterhalb des Kioskgebäudes wird ebenso fußläufig wie der untere Abschnitt der Oberen Remscheider Straße (im Bereich Café Wild).

Zwei Varianten waren von Büro Reicher-Haase erarbeitet worden. Mit Erhalt des Gebäudes würde der Kisok bis zu 85 Zentimeter höher aus der Platzfläche rausragen; eine sinnvolle Nutzung des Kiosk wäre nicht mehr möglich. Ohne Kioskgebäude könnten alls Aspekte — von der Wiederherstellung der ursprünglichen Topografie bis zur Definition des Marktes als homogene Platzanlage — umgesetzt werden.

Die Entscheidung fällt in der öffentlichen Sitzungs des Ausschusses für Stadtentwicklung und Verkehr am 12. Februar, 17 Uhr, im Bürgerzuentrum.

(RP)