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Lolli-Test in Grundschulen kommt gut an - ein paar Probleme bleiben

Neue Tests an Grundschulen : Lolli-Test kommt bei den Schülern gut an

Die Schulleitungen haben allerdings mehr Arbeit. Aktuell pendelt sich die Zusammenarbeit mit den Laboren noch ein. Grundsätzlich stellen die Lehrkräfte aber ein zufriedenstellendes Zeugnis für die Tests aus.

Die Enttäuschung ist auch am zweiten Tag mit den Lollitests noch nicht ganz verflogen. „Ich hatte gehofft, der schmeckt auch wirklich wie ein Lolli, nach Erdbeere oder so vielleicht“, sagt Luis aus der Klasse 3a der Waldschule. Da haben die Entwickler aber offenbar kein Augenmerk drauf gelegt. Die Tests schmecken neutral, „nach gar nichts eigentlich“, sagen die Kinder. Am Montag haben sie sich das erste Mal damit getestet, am Mittwoch zum zweiten Mal. Durch den Wechselunterricht war am Dienstag der andere Teil der Klasse dran.

Klassenlehrerin Michaela Trueman gibt das Zeichen. Die Teststäbchen, die vor den Kindern auf den Tischen liegen, dürfen ausgepackt werden. 30 Sekunden lang lutschen sie auf dem Stäbchen herum. Mehr passiert nicht. „Das geht viel einfacher als vorher und es kitzelt auch nicht so“, sagt Pauline. Vorher mussten die Neunjährige und ihre Mitschülerinnen den Selbsttest für die Nase nutzen. Das hat zu einigen Niesattacken geführt und vor allem viel länger gedauert als aktuell, weil die Klasse 15 Minuten aufs Ergebnis warten musste. Unterricht war zwischendurch nicht möglich. Jetzt sammelt Michaela Trueman die Stäbchen ein, legt sie zusammen in das Röhrchen mit dem roten Deckel und bringt alles ins Sekretariat. Dort holt sie ein Kurier ab und fährt die Tests ins Labor. „Das ist besser, weil sie zu Profis mit Maschinen geschickt werden“, sagt Pauline. Und ihr Mitschüler Tom fügt hinzu: „Das Testen geht zwar schneller, aber das Ergebnis braucht länger.“ Bei den Lolli-Tests handelt es sich um PCR-Tests. Sie sind genauer als die Antigen-Selbsttests, die vorher genutzt wurden und schlagen auch bei einer geringen Last mit dem Erreger schon an. Dafür zeigen sie aber eben das Ergebnis nicht mehr gleich vor Ort an.

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Die Schulleiterin der Waldschule, Dagmar Strehlow-Touissaint, findet die Tests grundsätzlich gut. Auch wenn sie selbst deutlich mehr Arbeit hat als vorher. Die Tests werden im Labor nicht einzeln analysiert, sondern klassenweise, als Pool-Tests. „Die Ergebnisse werden dann per SMS und Mail an mich geschickt“, sagt Strehlow-Touissaint, „kommen aber nicht alle gleichzeitig an.“ Manchmal komme auch nur eine Mail. Es kommt vor, dass die ersten Ergebnisse schon nachmittags da sind, die letzten aber erst gegen 22 Uhr oder sogar am nächsten Morgen.

Kathrin Wagners Arbeitstag beginnt darum aktuell um sechs Uhr. Die Schulleiterin der Schwanenschule öffnet dann ihr Online-Postfach. Die Codenummern der Tests muss sie den verschiedenen Klassen und ihren Pools zuordnen. Sind alle negativ, passiert nichts weiter, gibt es einen positiven Pool, informiert sie die Eltern. Dann müssen die Kinder zur Schule kommen und einen Einzeltest durchführen. „Wir haben uns bewusst entschieden, die Einzeltests hier vor Ort zu machen. Auch um die Eltern zu unterstützen“, sagt Wagner. An der Waldschule werden die Einzeltests stattdessen zu Hause durchgeführt. Pauline und die anderen Kinder haben das Equipment dafür am Montag bekommen und erklären Jonas gerade das Prozedere. Er hatte am Montag gefehlt. Bis neun Uhr müssen die Eltern den Test dann zur Schule bringen. Die schickt sie dann wieder ins Labor.

„Die Schüler aus einem positiv getesteten Pool dürfen nur nach einem Negativtest wieder in die Schule“, sagt Strehlow-Touissaint. Aus Datenschutzgründen geht die Meldung über den Einzeltest zunächst an die Eltern. Die müssen sich dann bei der Schule melden. Eine Quarantäne für die gesamte Klasse gibt es also nicht und durch den Wechselunterricht wird im besten Falle kein Schultag verpasst. „Ist der Einzeltest am Morgen des Präsenzunterrichts negativ, gibt es nur für das positiv getestete Kind eine Quarantäne“, sagt Kathrin Wagner. Die Lehrkräfte an den Schulen testen sich währenddessen weiterhin mit dem Selbsttest. Sie zählen auch nicht zu dem Pool der Klasse. Trotzdem würden sich die Kollegen regelmäßig testen, erklärt Strehlow-Touissaint.

An der Katholischen Grundschule St. Michael gab es zum Start der Tests Probleme. „Bei uns sind die Tests am Montag nicht pünktlich angekommen“, sagt Andrea Steinz, die Schulleiterin. Deshalb mussten die Klassen auf die eigentlich ausrangierten Selbsttests zurückgreifen. „Wir hatten zum Glück noch genügend in unserem Bestand“, so Steinz. Generell empfand sie die Informationspolitik des Landes als unzureichend. Mails seien widersprüchlich gewesen und es gebe keine Telefonnummern, um Infos zu erhalten. „Die Selbsttests haben mittlerweile perfekt funktioniert. Das ging wunderbar“, sagt sie.

Auch auf ihre Nachfragen reagierte zunächst niemand. Zwar kamen die Lolli-Tests mittlerweile an, eingeführt werden sie an der Grundschule aber erst kommenden Montag. Steinz und ihr Kollegium wollen sich die Zeit nehmen, um die Eltern und Kinder nochmal richtig über die jetzt geltenden Abläufe zu informieren.

An den ersten Tagen habe es auch an der Waldschule und der Schwanenschule noch an einigen Stellen geruckelt, erklären die Schulleiterinnen. „Wenn man das noch in den Griff bekommt, sind die Test eine sehr gute Sache“, sagt Strehlow-Touissaint. Die Kinder in der 3a sind schon überzeugt. Auch wenn der Lolli-Test geschmacklich nicht das hält, was sich einige versprochen haben.

(mabu)