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Lkw-Fahrer fordern Rastplatz an A 1

Straßenverkehr im Bergischen : Lkw-Fahrer fordern Rastplatz an A 1

Der Verein Transportunion macht sich für die Rechte der Lkw-Fahrer stark. Sie wünschen sich größere Akzeptanz in der Bevölkerung und mehr Mitsprache in den Debatten.

Die Diskussion um eine Raststätte an der A 1 in Leverkusen und Burscheid beschäftigt Anwohner und Lkw-Fahrer bereits seit mehr als zehn Jahren gleichermaßen. Nun hat sich eine Gruppe zu Wort gemeldet, die laut eigener Aussage in den Diskussionen bisher deutlich zu kurz kam – die Lkw-Fahrer selbst.

Daniel Giel ist Vorsitzender der Transportunion, einem regionalen Verein von Frachtführern und Logistikern. Es sei den Fahrern immer schwerer zu vermitteln, warum ihnen auf der einen Seite keine Waschgelegenheiten und keine Toiletten zugestanden werden, ihnen aber auf der anderen Seite jedes Mitspracherecht abgesprochen werde. Das heize die Stimmung unter den Fahrern zusätzlich an. 150 Unterschriften von Frachtunternehmern und ihren Lkw-Fahrern für den Neubau von Rastanlagen im Raum Leverkusen und Burscheid habe die Transportunion gesammelt, heißt es in einer Pressemitteilung. „Die Mitglieder der Transportunion kennen die Region und auch die Probleme, mit denen ihre Lkw-Fahrer tagtäglich zu kämpfen haben. Und einen Stellplatz zu finden, um die gesetzlich vorgeschriebenen Ruhezeiten einzuhalten, ist dabei das Hauptproblem“, sagt Giel.

Der CDU-Landtagsabgeordnete Rüdiger Scholz hatte schon vor einiger Zeit eine Fläche in Köln-Niehl als Alternative vorgeschlagen. Dort sei so ein Rastplatz rasch zu bauen, und es könnten dort bis zu 300 Lkw Platz finden. Von der Bund-/Land-Firma Deges wurde dieses Areal jedoch nie ernsthaft in Betracht gezogen, da der Standort außerhalb des zu untersuchenden Abschnitts liege.

„Wir haben als Transportunternehmer die Diskussion verfolgt und können die Argumente für den Standort Niehl nicht nachvollziehen, da wir unmittelbar an der Autobahn Rastmöglichkeiten benötigen“, sagt Giel. „Parkmöglichkeiten im Stadtgebiet von Köln sind keine Alternative, wenn ein Stellplatzmangel zwischen den Autobahnkreuzen Leverkusen und Wuppertal-Nord kompensiert werden muss.“ Auch aus wirtschaftlicher Sicht sei dieser Standort wenig hilfreich. Teilweise dauere der Park-Such-Verkehr bis zu 60 Minuten, was zu erhöhten Transportkosten und Stress für die Fahrer führe, ergänzt er.

Der Plan für die Raststätte (ohne Restaurant) in Lützenkirchen/Steinbüchel sieht vor, dass dort 50 Lkw-Stellplätze in Richtung Wuppertal entstehen sollen. Doch nach dem Beschluss des sogenannten Mobilitätspakets durch das Europäische Parlament müsste dieser Plan noch einmal überdacht werden, so Rüdiger Scholz. „Die Lkw-Fahrer dürfen künftig solche Rastanlagen nicht mehr zur Übernachtung im Fahrzeug nutzen. Damit entfällt das Hauptargument für die geplante Anlage in Steinbüchel. Es macht wenig Sinn, sie in der bisherigen Planung umzusetzen.“

Gegenwind für den Rastplatz gibt es auch von der Bürgerinitiative „Lev kontra Raststätte“. Die hatte auf ihrer Internetseite darauf hingewiesen, dass die Petition der Transportunion nicht wie behauptet 150 Unterschriften gesammelt hätte, sondern lediglich 80. Die Aktion lief von Ende April bis zum 6. Juni. Zuletzt hatte die Bürgerinitiative dazu aufgerufen, Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) eine Mail bezüglich der geplanten Raststätte zu schicken und so sein Postfach zu fluten. Nach Angaben der Bürgerinitiative haben sich bisher daran 400 bis 500 Menschen beteiligt.

Daniel Giel bedauert es, wie mit den Lkw-Fahrern umgegangen wird. „Für die Fahrer sind die vorherrschenden Arbeitsbedingungen am Rande der Zumutbarkeit“, sagt er. „Und die geringe Akzeptanz innerhalb der Bevölkerung, auch keine Anlagen in der Nachbarschaft zu akzeptieren, nicht nachzuvollziehen. Die Transportbranche sorgt dafür, dass Güter aller Art pünktlich am Zielort eintreffen, und dafür müssen sie – für die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer – Zeit und Platz für ihre Pausen und Ruhezeiten haben.“