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Linus Geschke kam zur Premierenlesung seines neuen Thrillers „Tannenstein“ nach Wermelskirchen

Lesung : Spannende Unterhaltung im „Film-Eck“

Der Kölner Schriftsteller Linus Geschke kam zur Premierenlesung seines neuen Thrillers „Tannenstein“ ins Wermelskirchener „Film-Eck“. 60 Besucher erlebten einen spannend-unterhaltsamen und kurzweiligen Abend

Linus Geschke mausert sich in der deutschen Krimi- und Thriller-Szene zum Star-Autoren. Daran besteht zumindest bei Kennern und Fans kein Zweifel. Bereits zum vierten Mal kam der 48-jährige Kölner auf Einladung von Buchhändlerin Gabriela van Wahden nach Wermelskirchen. Bisher las der Schriftsteller in der Katholischen Bücherei, die Premiere seines neuen Buches „Tannenstein“ nahm van Wahden zum Anlass für einen Ortswechsel in das „Film-Eck“-Kino. Als Moderatorin brachte Geschke die Rezensentin Karla Paul mit – die 60 Besucher erlebten eine spannend-unterhaltende Kombination aus Lesung sowie Zwiegespräch, die die fast drei Stunden Dauer wie „im Flug“ vergehen ließ.

Dass das Werk „Tannenstein“ zwar erst jetzt veröffentlicht wird, aber gar nicht so neu ist, war eines der Dinge, die Linus Geschke verriet: „Das Buch habe ich bereits vor vier Jahren geschrieben.“ Karla Paul attestiert dem Kölner, dass er sich mit „Tannenstein“ in die „oberste Liga der Thriller-Autoren schreibt“. Basis des Erfolgs von Geschke bilden die drei bisherigen Krimis aus den Jan Römer-Reihe. „Der vierte erscheint im Herbst, und einen Nachfolger zu ‚Tannenstein‘ gibt es im kommenden Jahr“, kündige der Autor an. Er hat einen „Lauf“, denn der dritte Teil aus der Römer-Reihe „Das Lied der toten Mädchen“ wird für das deutsche Fernsehen verfilmt. „Wahrscheinlich spielt Max von Thun den Kommissar“, erzählt Geschke von den Produktionsplanungen, an denen er jedoch nicht beteiligt ist: „Eine Verfilmung ist mir eigentlich komplett egal. Eine Platzierung in der Spiegel-Bestsellerliste wäre toll. Ein Segen ist es, einen Verlag und Menschen zu finden, die das Werk begeistert lesen.“

  • BEW-Geschäftsführer 

Jens Langner.

Foto: BEW
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Die Gäste im „Film-Eck“ gehören zu diesen Lesern, wie Manuela und Andreas Godian , die aus Hückeswagen kamen: „Die Geschichten von Geschke lösen einen Sog aus, man will gar nicht mehr mit dem Lesen aufhören.“ Ein Buch müsse ihn von Anfang an „packen“, die Geschichte dürfe sich nicht „ziehen“, beschreibt Andreas Godian, der über das Internet auf Linus Geschke aufmerksam wurde und sich als „großer Krimi-Fan“ bezeichnet.

Im Film-Eck lasen Geschke und Paul einige fesselnden Passagen und stellten die Hauptakteure des Buches vor: den mordenden „Wanderer“ sowie den zwar moralisch nachvollziehbar, aber nicht ganz im Sinne des Gesetzes handelnden Polizisten Alexander Born und die jugendlich-selbstbewusste, gut aussehende, nach Reichtum strebende Weißrussin Nadeschda (was übrigens passenderweise soviel wie „Hoffnung“ bedeutet).

„Ich mag keine Figuren, die in einer Geschichte durchgehend nur böse sind, weil keiner so ist“, beschrieb Geschke seine fiktiven Charakteren: „Mich interessiert, was Taten und Ereignisse mit Menschen machen, wie sie sich entwickeln. Das in einem Roman abzustellen, finde ich sehr spannend.“ Auch in „Tannenstein“ kommt ein Geschke-Markenzeichen zum Tragen: Das Verweben von Vergangenheit und Gegenwart in der Geschichte. Dazu ist der Autor ein Meister der „Cliffhanger“, wie ein offener Ausgang einer Episode auf ihrem Höhepunkt bezeichnet wird – das animiert zum Weiterlesen. Mit fundiert recherchierten und detailverliebten Fakten setzt Linus Geschke den „Tannenstein“-Thriller vor dem geistigen Auge des Lesers in Szene. Sei es bei der Frage, mit was für einer Waffe zehn von elf Menschen in kürzester Zeit erschossen werden können oder bei der Beschreibung eines abgelegenen Parkplatzes, der von Tannen umrandet und auf dem „nur das Knacken des sich langsam abkühlenden Motors“ zu hören ist. Das brutale Thema von Menschenhandel und Zwangsprostitution gibt dem Buch einen deutlichen Bezug zu aktuellen Geschehnissen: „So etwas Brutales lässt sich nicht in Watte packen.“