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L409 bei Wermelskirchen: Leser befürchtet schwere Unfälle

L409 bei Wermelskirchen : Leser befürchtet schwere Unfälle

Rolf Brombach versteht die Behörden nicht. Nachdem am vergangenen Freitag schon wieder ein Motorradfahrer auf der kurvenreichen Strecke runter in die Preyersmühle verunglückt ist, fordert er erneut eine deutliche Temporeduzierung.

Eigentlich wollte sich Rolf Brombach am Freitag kurz nach 14 Uhr auf dem Schotterparkplatz an der L 409 runter zur Preyersmühle im Scheitel der Rechtskurve kurz vor der Brücke nur seine Wanderschuhe anziehen, da hörte er ein Motorrad. "Und da fiel mir der Fahrer auch schon vor meine Füße", berichtet der Leser, der zum Ersthelfer wurde und Notarzt und Polizei informierte. Glücklicherweise verletzte sich der 52-jährige Mann aus Wuppertal nur leicht, als er die Kurve nach Angaben der Polizei unterschätzte.

Es muss Ironie des Schicksals sein, dass dies ausgerechnet Brombach passiert, der schon mehrere Male ein Tempolimit für diesen Streckenabschnitt gefordert hatte. "Ich bin entsetzt, dass dort weiter 70 Stundenkilometer schnell gefahren werden darf", sagt der ehemalige Polizist. Auf weniger kurvenreichen Strecken gebe es deutlich niedrigere Tempolimits. Er verstehe nicht, warum sich die beteiligten Behörden derart bockig zeigen.

 Runter in die Preyersmühle warnt ein Schild lediglich vor Kurven und Schleudergefahr.
Runter in die Preyersmühle warnt ein Schild lediglich vor Kurven und Schleudergefahr. Foto: joachim rüttgen

Bei der Stadt gelte er sicher schon als lästiger Briefeschreiber und Querulant. Auch der Bürgermeister sehe keine Veranlassung, hier zu handeln. Dabei gehe es ihm doch nur um die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer, beteuert Brombach. "Tempo 50 ist das Höchste an der L 409", sagt er. "Dass sich der Bürgermeister vor seine Leute stellt, ist verständlich, dass er aber nach Aktenlage entscheidet und sich nicht vor Ort ein Bild macht, ist nicht in Ordnung", kritisiert Brombach. Als am Freitag Polizei und Notarzt am Unfallort eintrafen, kannten die die Stelle bestens.

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"Was muss noch passieren?", fragt sich der Leser und will weiter für ein Tempolimit kämpfen. Das hat wenig Aussicht auf Erfolg: "Normalerweise ist auf dieser Strecke außerhalb der geschlossenen Ortschaft Tempo 100 erlaubt", sagt Tiefbauamtsleiter Harald Drescher. Nur durch die Baustelle an der Autobahnbrücke sei das Tempo reduziert - auf 70, dann auf 50 und unter der Brücke auf 30. Es handele sich um keinen Unfallhäufungspunkt.

Dass bestätigt Polizeisprecher Richard Barz. Auf kurvenreichen Strecken sei eine Geschwindigkeitsbeschränkung immer spannend. "Tempo 70 bedeutet, dass es theoretisch möglich ist, unter günstigsten Bedingungen dieses Tempo zu fahren", sagt er. Die Polizei fände es besser, wenn die Strecke generell nicht mit einem Tempolimit versehen würde. "Dann muss jeder aufpassen und angemessen fahren", sagt Barz. Aber eine Tempovorgabe bedeute nie, dass man dieses Tempo fahren müsse. Er appelliere an die Vernunft der Verkehrsteilnehmer, die Wetter und Fahrbahnbeschaffenheit berücksichtigen müssten. Die entscheidenden Fragen lauten: "Was traue ich mir zu?" und "Was gibt die Strecke her?".

Ein Blick in die Statistik zeigt, dass die L 409 im Jahre 2015 Unfallhäufungspunkt war mit zwölf Unfällen und fünf Verletzten, 2016 waren es sechs Unfälle mit drei Verletzten, 2017 zwei Unfälle mit zwei Verletzten. 2015 wurde als Sofortmaßnahme die Fahrbahn aufgeraut und ein Unterfahrschutz an den Leitplanken angebracht. Nach einem Jahr werden solche Maßnahmen überprüft und geschaut, ob es sich weiter um einen Unfallhäufungspunkt handelt. Das ist an der L 409 nicht der Fall. Barz sagt aber auch, dass die Polizei den Streckenabschnitt weiter im Blick behalte.

(RP)