Leonie Burghoff mit dem Dr. Hans Riegel-Fachpreis im Fach Biologie ausgezeichnet

Zweiter Platz für Leonie Burghoff bei den Dr. Hans Riegel-Fachpreisen : Fachpreis für Wermelskirchener Schülerin

Hilft Sport tatsächlich gegen Stress? Und kann man das biologisch messen? Leonie Burghoff hat genau das untersucht.

Leonie, worum genau ging es genau bei deinem Thema?

Leonie Burghoff Sport wird ja immer als Ausgleich bei Stress genannt. Ich wollte wissen, ob Sport tatsächlich das Stressempfinden mindert und ob man das auch biologisch nachweisen kann. Zum Beispiel anhand des Cortisolspiegels, denn Cortisol ist ein Stresshormon.

Wie bist du vorgegangen, um das wissenschaftlich zu untersuchen?

Burghoff Ich hatte insgesamt 15 Versuchspersonen, die ich in drei gleich große Gruppen unterteilt habe. Die Versuchspersonen in der ersten Gruppe würden am Tag der Untersuchung keine Klausur mehr schreiben. Die zweite und die dritte Gruppe bestand aus Klausurschreibern. Die dritte machte vor der Klausur noch zusätzlich Sport. Ich habe dann morgens alle einen Fragebogen zum persönlichen aktuellen Stressempfinden ausfüllen lassen und Speichelproben genommen, um den Cortisolspiegel zu messen. Anschließend hat die dritte Gruppe zusammen mit einem Therapeuten 15 Minuten lang ein gemäßigtes Kraftausdauertraining gemacht. Direkt danach haben sie wieder den Fragebogen ausgefüllt und Speichelproben wurden entnommen.

Und was haben deine Untersuchungen ergeben?

Burghoff Zunächst, dass Sport vor einer Klausur das Stressempfinden der Versuchspersonen tatsächlich signifikant reduziert hat. Beim Cortisolspiegel hat das anders ausgesehen. Die letzten beiden Gruppen hatten bei der ersten Befragung beide einen deutlich höheren Wert, als die erste Gruppe. Aber bei der zweiten Messung, nach dem Sport, waren die Werte bei den letzten beiden Gruppen ungefähr gleich gesunken. Dass kein deutlicher Unterschied zu erkennen war, mag auch daran liegen, dass der Cortisolspiegel morgens grundsätzlich höher ist, als im Verlauf des Tages. Vielleicht wären die Ergebnisse anders, wenn ich nach dem Sport etwas gewartet hätte, um den Versuchspersonen eine Probe zu entnehmen. Das wäre für eine weitere Untersuchung vielleicht noch interessant.

Das klingt alles sehr aufwendig und zeitintensiv. Wer hat denn dich bei deiner Arbeit unterstützt?

Burghoff Das Labor Dr. Limbach und Kollegen in Heidelberg, die die Speichelproben ausgewertet haben, hat mir sehr geholfen. Die Bergische Apotheke hat mich unterstützt. Dann das Therapie- und Rückenzentrum in Wermelskirchen, wo ich die Untersuchung durchführen konnte. Meine Bio-LK-Lehrerin, Frau Dr. Pesch, hat mir bei der Formulierung einer wissenschaftlichen Fragestellung geholfen. Sie hat mir auch vorgeschlagen, meine Arbeit einzureichen. Auch meine Eltern haben mich sehr unterstützt. Sie haben meine Arbeit am Ende Korrektur gelesen und geschaut, ob alles stimmig ist.

Und was hast du dann als erstes gedacht, als du erfahren hast, dass du unter den Gewinnern bist?

Burghoff Ich habe mich mega gefreut und im ersten Moment nur gedacht ‚Cool, so viel Geld‘. Aber dann ist mir klar geworden, dass mir diese Auszeichnung allein, so viele Möglichkeiten eröffnet.

Was für Möglichkeiten hast du jetzt als Preisträgerin?

Burghoff Als Alumni kann ich an vielen Seminaren und Kongressen zu den MINT-Fächern, die von der Dr. Hans Riegel-Stiftung für Preisträger organisiert werden, kostenlos teilnehmen. Da sind interessante Sachen dabei, unter anderem auch Exkursionen mit meeresbiologischen Untersuchungen.

Im kommenden Jahr im Sommer machst du Abitur. Was hast du danach vor?

Burghoff Zuerst reise ich voraussichtlich mit einer Freundin für sechs bis acht Wochen durch Skandinavien. Danach möchte ich gerne für ein halbes Jahr ins englischsprachige Ausland, um meine Sprachkenntnisse zu verbessern. Denn ich würde gerne Psychologie studieren, da ist viel Fachliteratur auf Englisch.

Und zu guter Letzt: Machst du selbst Sport? Und was hilft dir sonst noch gegen Klausurstress?

Burghoff Ich spiele schon lange Fußball im Verein. Außerdem gehe ich gerne joggen. Ich habe auch mal gehört, dass es während einer Klausur wohl hilft, zwischendurch mal aufzustehen und Hampelmänner zu machen, um das Herzkreislaufsystem wieder anzukurbeln (lacht).